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Wandel der Arbeit

Die Arbeitswelt hat sich im Laufe der Menschheit mehrfach in ihrem Wesen verändert.

Waren es ganz früher die Handwerker und Bauern, die mit ihren Händen die Waren gefertigt haben und die Arbeitszeit sich nach dem Lauf der Sonne gerichtet hat – so hat sich das mit jeder neuen bahnbrechenden Erfindung geändert.

Mit der Erfindung der Dampfmaschine wurde das Tempo und damit die Effizienz der Warenherstellung erhöht.

Der elektrische Strom und die Erfindung der Glühlampe haben die Unabhängigkeit vom Tageslicht bei der Arbeit gebracht.

Durch die Erfindung der Computer, die Bereitstellung von Datenbanken weltweit und die Möglichkeit eines schnellen Datentransfers hat den Wissenstransfer revolutioniert.

Heute werden wir mit Informationen – ob wahr oder nicht – regelrecht zugeschüttet. Die Kommunikation läuft hauptsächlich über elektronische Medien ab – Handy, Smartphone, Mails, Facebook,….. – das persönliche Gespräch ohne Unterbrechung durch diese Medien ist nahezu ein Luxus für viele.

Wir werden durch Informationen manipuliert, von Meinungsmachern einseitig informiert und für ihre politischen Zwecke missbraucht – oft ohne, dass uns das bewusst wird. Wir sind durch Überwachungsmöglichkeiten transparent geworden. Alle Klicks im www werden gespeichert, ausgewertet und mit dem nächsten Öffnen der Seite werden uns neue Kauf-Vorschläge unterbreitet. Wir werden immer wieder daran erinnert, wofür wir uns einmal interessiert haben und regelrecht zugeschüttet.

In der Arbeitswelt ist das nicht anders. Immer mehr Konzerne agieren weltweit. Durch die Globalisierung  entfernen sich die Entscheider immer weiter von den Menschen vor Ort, die die Werte für sie schaffen. Ihr Fokus liegt nur auf Gewinnmaximierung und Kosteneinsparung – es ist ein virtuelles Spiel mit den Zahlen, was dann die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort durch ‘Restrukturierungen’ zu spüren bekommen.  

‘Restrukturierung’ bedeutet letztendlich immer ein Verlust an Arbeitsplätzen verbunden mit einer Verdichtung der Arbeit für die Verbliebenen, oder ein Transfer der Fabriken in Niedriglohnländer. Ich bin für Verteilung der Arbeit über den Erdball hinweg – ebenso, wie die Früchte dieser Arbeit global verteilt werden sollten – aber dabei sollen die Menschen, die die Werte erzeugen im Mittelpunkt der Entscheidungen stehen und nicht die Aktionäre, die nur ihren Profit erhöhen wollen.

In der heutigen Zeit existiert auf der einen Seite ein Warenüberfluss und andererseits Armut und Hunger.

Wurde früher der technische Fortschritt als Erleichterung für die menschliche Arbeit angesehen, führt heute die Beschleunigung des wissenschaftlich-technischen Fortschritts immer mehr zur Entmenschlichung der Arbeit. Der Mensch hat im Arbeitsprozess zu funktionieren und sich den Prozessen unterzuordnen. Tut er das nicht, so wird er als Störfaktor gesehen. Das Zeitalter der Matrix hat begonnen, eine Zeit, wo der Mensch für die Technik da ist – nicht umgekehrt, wo er sich in die Firmen-Matrix einpassen muss.

Eine Bewertungsmatrix erleichtert das Einsortieren der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in das System Arbeitswelt und der besseren Übersicht wegen mit Ampelfarben Rot-Gelb-Grün versehen – damit es bei den ‘Restrukturierungen’ leichter ist eine Entscheidung zu treffen. ‘Die guten ins Töpfchen – die schlechten ins Kröpfchen’ –  Aschenputtel lässt grüßen.

‘Vertrauensarbeit’ – d. h. freie Einteilung der Arbeit für die Erledigung der anstehenden Aufgaben führt meist dazu, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter länger als die geforderte Stundenzahl arbeiten. Vor allem, wenn eine Karriere in Aussicht gestellt wird, führt dies oft zu extrem langen Arbeitszeiten.

Die psychischen Erkrankungen entwickeln sich zur Berufskrankheit Nr. 1.

Die schnelllebige Arbeitswelt mit ihren ständigen Wechseln der Aufgaben und Arbeitsysteme, die Arbeitsverdichtung, die Entsozialisierung der Arbeitsplätze durch immer mehr Automatisierung, Arbeitszeitflexibilisierung durch Schichtarbeit – all das überfordert die Menschen und macht sie auf Dauer krank, wenn keine persönliche Anerkennung und Rückmeldung erfolgt.

Jeder von uns muss selbst auf sich acht geben, wo die eigene Grenze der Belastbarkeit ist und diese auf Dauer nicht strapazieren. Der (globale) Führung hat andere Aufgaben und Interessen und ist auch nicht in der Lage dies zu tun.

Es gibt neben dem Job noch ein anderes Leben – Familie, Freunde, Hobby, Entspannung, Reisen, Natur,…. – und dies führt auch dazu, dass wir uns regenerieren können, unsere Lebensfreude behalten können.

Aber jeder ist selbst dafür verantwortlich.

Passt auf Euch auf!!

Liebe Grüße

Evi

 

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