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Sicht-BAR: Fotografieren 7

Tiefenschärfe mit Brennweite, Blende und Abstand zum Motiv einstellen

Wie bekommen wir Tiefe in ein zweidimensionales Bild?

Ein gutes Stilmittel ist das Spiel mit der Tiefenschärfe, indem wir Schärfe und Unschärfe kombinieren. Das kommt besonders gut durch das “Freistellen” eines Motivs zur Anwendung. Außer dem Motiv wird die Umgebung absichtlich “verwischt”, damit nichts vom Motiv ablenkt. Das ist besonders für Portraitaufnahmen wichtig.

Auch Makroaufnahmen leben davon, dass nur das scharf ist, worauf wir das Auge lenken wollen. D. h. es ist nur ein kleiner Bereich scharf – alles andere “verschwimmt”.

In der Landschaftsfotografie wollen wir einen großen Bereich scharf haben – also mit viel Tiefenschärfe, was uns Weite vermittelt. Dabei erscheint der Hintergrund – z. B. Berge oder die weit entfernte Häuserzeile einer Großstadt als Silhouette und vermittelt einen ganz besonderen Eindruck.

Wie erzielen wir die unterschiedlichen Tiefenschärfen – großer oder kleiner Bereich?

Hier sind die Brennweite, die Blende und der Abstand zum Motiv die entscheidenden Einflussfaktoren.

Die Brennweite – sie ist abhängig von den verwendeten Objektiven. Es gibt  Weitwinkelobjektive, Teleobjektive – sowie Standardobjektive – und noch diverse Spezialobjektive für spezielle Effekte.

Weitwinkelobjektive haben kleine Brennweiten und  gibt es mit Brennweiten zwischen 15 und 35 mm. Diese ermöglichen eine große Tiefenschärfe und werden meistens für Landschaftsaufnahmen eingesetzt, um möglichst viel auf dem Bild erkennen zu können.

Teleobjektiv – gibt es mit großen Brennweiten zwischen 80 und 300 mm. Hier ist der Bereich für die Tiefenschärfe klein , d. h. es wird nur ein begrenzter Bereich scharf dargestellt. Dadurch wird der Hintergrund unscharf dargestellt. Mit einem Teleobjektiv können auch entfernte Motive “heran geholt” werden.

Standardobjektive decken meist den Bereich dazwischen ab – von 35 bis 80 mm.

Es gibt auch Zoomobjektive, die Brennweiten von 28  bis 100 mm zulassen. Das ist vor allem für unterwegs eine gute Sache.

MERKE: Kleine Brennweite für große Tiefenschärfebereiche   UND große Brennweite für kleine Tiefenschärfenbereiche

Dabei werden der Abstand und die Brennweite nicht verändert.

 

Bei der Blende ist es ähnlich: Kleine Blende (großer Blendenwert z. B. f/22) – meist bei hellen Lichtverhältnissen – ermöglichen eine große Tiefenschärfe.

Eine große Blende (kleiner Blendenwert z. B. f/2,8) – meist bei schlechten Lichtverhältinissen – ermöglichen nur einen kleinen Tiefenschärfebereich.

 

MERKE: Kleine Blende für große Tiefenschärfenbereiche UND große Blende für kleine Tiefenschärfenbereiche

Dabei werden die Brennweite und der Abstand nicht verändert.

 

Beim Verändern des Abstandes ist es genau umgekehrt. 

 MERKE: Je kleiner der Abstand, desto geringer der Tiefenschärfenbereiche – UND - je größer der Abstand, desto größer der Tiefenschärfenbereich.

Dabei werden die Brennweite und die Blende nicht verändert.

 

ZUSAMMEN GEFASST:

Also für möglichst große Tiefenschärfenbereiche (viel Schärfe): kleine Brennweite, kleine Blende, großer Abstand.

In der Praxis also mit einem Weitwinkelobjektiv  bei Sonne (kleine Blende) in die Ferne fotografieren.

für kleine Tiefenschärfenbereiche (viel Unschärfe): große Brennweite, große Blende, kleiner Abstand.

In der Praxis mit Teleobjektiv eine Porträt- oder Makroaufnahme machen, wodurch das Motiv “frei gestellt” ist.

 

Man oh man – das ist schon ziemlich viel Theorie – ich glaube, das Beste ist wirklich einfach nur  üben, üben und ausprobieren, die einzelnen Einstellungen verändern, fotografieren, wieder eine Einstellung verändern usw. – dann schauen, welches Bild  am besten wirkt. Die digitale Welt macht es möglich und bietet uns so viel Flexibilität und unzählige Möglichkeiten.

Ich werde viel ausprobieren und bin gespannt auf die Ergebnisse, die ganz besonderen Bilder.

Viele Grüße

Evi

 

 

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