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Sicht-BAR: Fotografieren 5

Bildaufbau – die Grundregeln: Goldener Schnitt, Drittelregel, diagonale Blickrichtung

Die Programme A, S und M mit den  manuellen Einstellungen von Blende, Belichtungszeit und ISO zwingen uns dazu uns vorher schon über das Motiv, was wir fotografieren wollen, Gedanken zu machen.

Wollen wir eine Blume ganz nah fotografieren – oder Tiere und Kinder beim Spielen. Wie ist das Wetter? Reicht das Licht – oder muss ich die ISO erhöhen? Stimmt die Belichtungszeit, so dass nichts verwackelt? Fragen über Fragen  und dann überlegen welche Einstellung am besten geeignet ist für das betreffende Motiv.

Genau dadurch unterscheidet sich das Fotografieren vom Knipsen, indem wir uns VORHER genau überlegen, was wir auf dem Bild nicht nur festhalten, sondern was wir mit dem Bild ausdrücken wollen.

Wollen wir die romantische Stimmung eines Sonnenuntergangs einfangen, mit dem Filigranen einer Blüte den Betrachter ins Staunen versetzen, mit der Schönheit und Weite einer Landschaft anderen Reiselust vermitteln?

Ein Fotograf möchte mit seinen Bildern eine Geschichte erzählen, Gefühle vermitteln, den Betrachter berühren, neugierig machen, in den Bann ziehen, eine Spannung aufbauen.

Wie bringen wir unser dreidimensionales Motiv in eine zweidimensionale Abbildung ohne das es platt wirkt ?

Wie können wir Tiefe und Räumlichkeit in zwei Dimensionen darstellen?

Da spielt der Bildaufbau eine entscheidende Rolle.

Von jeher ist der “Goldene Schnitt” für Fotografen eine der Grundregeln, die ein Bild lebendig wirken lassen. Dieses Verhältnis von Flächen ist auch in der Natur zu finden – beim Nautilus in Form der “Goldenen Spirale” – bei vielen runden Blüten spiegelt sich der “Goldene Winkel” wider, die Kerne einer Sonnenblume sind so regelmäßig danach ausgerichtet. Auch wir Menschen folgen dem “Goldenen Schnitt” – Leonardo da Vinci hat dies in seiner Zeichnung des Menschen im Quadrat und Kreis anschaulich gemacht.

Motive, bei denen wir diese Regel beachten wirken einfach stimmiger, “runder”.

Vor allem bei Landschaften mit Horizont sollten wir diese Regel beachten. Ein Bild, wo der Horizont in der Mitte liegt , wirkt langweilig.

Ein niedriger Horizont vermittelt Weite und Leichtigkeit – ein hoher Horizont dagegen Melancholie und Schwere – oder auch Bedrohung.

Ob hoher oder niedriger Horizont – er sollte auf alle Fälle gerade sein – sonst “kippt” das Bild – unser schönes Strandbild vermittelt uns dann eher das “Auslaufen” des Meeres – als die Leichtigkeit eines Sommertages am Strand.

Eine weitere Regel ist die “Drittel-Regel” – wonach wir ein Bild dritteln (waagerecht & senkrecht). Die sich dadurch ergebenen 4 Schnittpunkte, sind die Punkte, wo wir unser Motiv “platzieren”, um eine gewisse Spannung zu erzeugen. In vielen Spiegelreflexkameras kann man dieses Gitter einblenden – was die Platzierung dessen, worauf wir die Aufmerksamkeit des Zuschauers lenken wollen, erleichtert.

Eine weitere Grundregel ist die Beachtung der diagonalen Blickrichtung, die in unseren Kulturkreisen üblich ist – von links unten nach rechts oben. Wir erwarten im Verlauf dieser Blickrichtung den “Höhepunkt” und am Ende den “Ruhepunkt”.

Dennoch gilt – wie überall – Ausnahmen bestätigen die Regel.  Wenn uns  die  Symmetrie eines Objektes in den Bann zieht, dann können wir das eben am besten darstellen, wenn es exakt  in der Mitte ist.

Ich versuche noch ein paar Bilder zu machen – an denen man diese Unterschiede erkennen kann. Diese stelle ich dann nachträglich ein.

Bis dahin liebe Grüße

Evi

 

 

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