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Sicht-BAR: Fotografieren 1

Vom “Knipsen” zum “Fotografieren”

Dienstagabend gehe ich nun zum VHS-Grundkurs “Fotografieren mit der Spiegelreflexkamera”, bei dem wir nur Frauen sind und ein Mann – der Referent.

Ich habe noch mal den Grundkurs belegt, weil ich möchte, dass mir die Grundlagen für das Fotografieren “in Fleisch und Blut” übergehen. Noch überlege ich viel zu viel und dann ist das schöne Motiv auch wieder vorbei.

Das heißgeliebte Automatik-Programm ist im Fotokurs verboten.

Die trockene Theorie über Sensor, Blendengrößen, Verschlusszeit, ISO, Weißabgleich, Pixel, Farbtiefe, Kontrast, …. hat uns Frauen ein bisschen überfordert – wir wollen doch einfach nur Fotografieren und schöne Fotos machen.

Also haben wir mit den Szene-Programmen begonnen, die in jeder Kamera schon voreingestellt sind – die “Blume” für Makrofotografie – die “Berge” für Landschaft – die “untergehende Sonne” für Sonnenuntergänge – der “Halb-Mond” für Nachtaufnahmen, “Sportler” für sich bewegende Objekte usw. – da bekommen wir schon eine umfangreiche Anzahl an voreingestellten Programmen mitgeliefert, die  auf das jeweilige Motiv angepasst ist.

Um die unterschiedlichen Einstellungen praktisch mit der eigenen Kamera zu testen, hat der Referent zwei Motive aufgebaut – ein Pendel, was sich bewegt – und Kerzen in V-Form. Diese sollten wir dann mit den unterschiedlichen Szene-Programmen fotografieren und miteinander vergleichen. Beim “Blümchen-Modus” ist der Schärfenbereich auf den Vordergrund fokusiert und beim “Berge-Modus” sind fast alle Kerzen scharf. Der “Sonnenuntergang-Modus” verstärkt die Rottöne.

Das  Pendel-Motiv mit dem “Blümchen-Modus” fotografiert führte zu einem unscharfen Pendel – und beim “Sport-Modus” war es gestochen scharf.

Die Szene-Programme sind also eine gute Alternative für einzelne Situationen, wenn ich ein bestimmtes Motiv habe und nicht viel überlegen oder einstellen will. Es liefert schon gute Fotos.

Da ich Makro-Fotografie liebe, ist für mich  der “Blümchen-Modus” immer eine gute Wahl, wenn ich Details hervorheben will, nur dieses scharf ist und die Umgebung unscharf ist – “frei gestellt”, wie es in der Fotografensprache heißt. Die Einstellung geht schnell und bringt ganz gute Ergebnisse.

Auch der “Berge-Modus” ist ideal, wenn ich möglichst viel auf das Bild bekommen will und alles soll scharf sein.

Der Referent hat uns dann eine ziemlich gemeine Aufgabe gestellt – eine weiße Rose vor weißem Hintergrund angestrahlt mit einem warmen Spotlicht und kaltem Neonlicht.

Dann sollten wir diese Rose fotografieren – als sollte es unser schönstes Rosenbild werden.

Eigentlich alles sehr ungünstige Parameter – weiß vor weiß: kein richtiger Kontrast – warmes Spotlicht und kaltes Neonlicht: keine richtige Einstellung des Farbtones möglich (die weiße Rose erscheint gelb).

Aber als Fotolaien, haben wir darauf nicht geachtet, aber in den Bildern konnten wir dann unsere Fehler erkennen: Eine gelbe “weiße Rose”, Schatten der Rose stört (“Schlagschatten”) , kein richtiger Kontrast, der die Rosenblüte hervorhebt – sondern nur den Stiel und die grünen Blätter, die sich kontrastreich vor der weißen Wand abheben.

Ich hatte noch Glück, dass ich mich für ein Makrobild der Rose entschieden habe, denn damit konnte ich die “Doppelbeleuchtung” mindern, meine Rose war nur leicht gelblich und auch dem Problem mit dem Schatten bin ich aus dem Weg gegangen. Der weiße Hintergrund wurde dadurch auch nicht zum Störfaktor.

Hier mit “Blümchen-Modus” etwas weiter weg fotografiert und schon wirkt die weiße Rose durch zwei unterschiedlich warme Lichtquellen  ‘gelb':

14-30 Sicht-BAR Fotografie 1 a

Bei diesen beiden Fotos habe ich ebenfalls den “Blümchen-Modus” genommen, aber da ich die Rose im Detail fotografiert habe – also ganz nah ran gegangen bin – wirkt das Bild einfach stimmiger: der Kontrast passt, die Farbe und auch die Schärfe – die auf die Mitte der Rose gerichtet ist – passt gut. 

14-30 Sicht-BAR Fotografie 1 b

 14-30 Sicht-BAR Fotografie 1 c

Diese Übung hat mir gut gefallen, da ich wirklich nachvollziehen konnte, warum die Fehler aufgetreten sind und wie man sie vermeidet.

In Zukunft werde ich auf diese Dinge achten.

Liebe Grüße

Evi

 

 

 

 

 

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