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Schuld

 

Bei der Schuld, die ich hier beschreibe, geht es nicht um juristische Schuld, sondern um die mentale Schuld, die wir uns oder anderen aufbürden oder uns aufgelastet wird.

Tun wir etwas, was in den Augen anderer ‘schlecht’ ist, dann fühlen wir uns oft schuldig, wir schämen uns, wir haben ein schlechtes Gewissen, wir machen uns ganz klein.

Deshalb benutzen manche Menschen das Schuldgefühl, um andere Menschen zu unterdrücken, klein zu halten.

Unter Geschwistern wurde ganz gern gedroht, den anderen zu verpetzen, wenn dieser nicht tut, was man will.

Schuldgefühle ringen uns Zugeständnisse ab, die wir sonst nie machen würden und wir versuchen Schuld zu tilgen, indem wir tun, was der andere von uns erwartet, in der Hoffnung, dass es diese  ‘Schuld’ aufwiegt.

Schuld ist in meinen Augen die schlimmste Form der Manipulation und Unterdrückung.

Schuld kann uns von anderen zugewiesen werden, weil es für die anderen gut ist einen Schuldigen zu haben, den man für alles verantwortlich machen kann, dem man das eigene Schuldgefühl aufbürden kann.

Schuld hat eine  selbstzerstörerische Kraft in sich, die uns oft ein ganzes Leben verfolgt. Werden wir von anderen als schuldig “verurteilt”, tragen wir ein “Brandzeichen” was unser zukunftiges Handeln prägt.

Indem wir versuchen die Schuld von uns zu weisen, uns zu rechtfertigen, zu verteidigen – reißen wir uns immer tiefer in den Abgrund der Schuld.

Scham, Angst, Selbstzweifel bestimmen von da an unser Leben und lastet schwer auf unserem Gewissen, nimmt uns die Würde.

Teilweise fühlen wir uns auch mitschuldig, wenn ein Mensch ohne unser Zutun Schaden genommen hat, weil wir ihn nicht davor bewahrt haben, es nicht verhindert haben.

Wir glauben oft, wir hätten es verhindern können, hätten es vorhersehen müssen und fühlen uns dann mitschuldig.

Am liebsten würden wir die Zeit zurückdrehen und alles anders machen.

Die Geschichte kennt genug Beispiele, wo Menschen schuldig gesprochen und verurteilt wurden, nur weil man keine andere Erklärung für die Ereignisse hatte. Der Hexenverfolgung fielen Hunderte Frauen zum Opfer.

Wer andere für schuldig befindet, lädt diesen schweres Leid auf und ein Teil davon bleibt auch immer bei ihm selbst.

Oft ist es eine Verkettung von unglücklichen Umständen, in den wir verstrickt sind.

So geht  es nicht um die Zuweisung von  Schuld, sondern um das Erkennen von Ursachen und Umständen, die zu diesem Leid geführt haben.

Ebenso wie die Angst, ist auch die Schuld eine Konstruktion unserer Gedanken. Lassen wir diese Gedanken zu, so werden sie zu Worten, die verletzen und verurteilen und einem übermächtigem Gefühl,  was uns beherrscht.

Wir sind es, die diese Gedanken, Worte und Gefühle zulassen und uns dadurch mit betroffen fühlen.

Auch Schuldzuweisung hilft keinem, sondern erzeugt nur einen neue Kette von Leid.

Besser ist es, diese Dinge genau anzuschauen, um Ursache und Auslöser zu erkennen.

Wir haben dann die Möglichkeit für die Zukunft etwas zu ändern.

Und lässt es sich nicht ändern, dann müssen wir es akzeptieren und Verantwortung übernehmen. Verantwortung, die uns hilft die Auswirkungen des Geschehenem auszugleichen, in gute Bahnen zu lenken.

Verantwortung übernehmen zeugt von Größe und Aufrichtigkeit – auch das gehört zu unserem Leben und fühlt sich gut an.

Alles Liebe

Evi

 

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