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Ein Jahr danach – Andenken an meinen Vater

16-06-abschied-von-papaJuni 2015 – 4 Monate vor seinem Tod

Heute vor einem Jahr hat mein Vater im Beisein meines Bruders seinen letzten Atemzug getan. Vorher haben wir uns alle noch einmal von ihm verabschiedet, auch wenn er bis zum letzten Atemzug nicht glauben wollte, dass sein Leben zu Ende geht. In den 86 Jahren hat er viel erlebt, den Krieg, die Vertreibung, Gefangenschaft, Wiederaufbau und eine Zeit, wo er all die Früchte seiner Arbeit ernten und genießen konnte. Gemeinsam mit meiner Mutter hat er sich ein schönes Heim geschaffen und es immer weiter modernisiert und verschönert. Im Garten hat er sich vor allem um die Tomaten – und Gurkenzucht gekümmert, was uns als Kindern auch zugute kam.

Er war ein Familienmensch und hatte es immer gern, wenn die Familie da war und immer mehr Kinder die Familie vergrößerten. Er war stolz auf die insgesamt 9 Enkel, 10 Urenkel und unterschied nicht, ob sie mit dem Partner der Kinder in die Familie gekommen sind.

Besonders froh sind wir, dass er auch noch seinen jüngsten Enkelsohn – unser erstes Enkelkind – erleben konnte.

Er war immer bestrebt sich schnell die neue Technik anzueignen, drehte und vertonte Filme von Familienfesten und Urlaubserlebnissen und hatte ein großes Bildarchiv auf seinem PC. Er digitalisierte alte Bilder von Dias und fertigte unzählige Fotobücher.

Auch wenn seine ursprüngliche Heimat Schlesien war, so fühlte er sich dem Erzgebirge – in dem er auch meine Mutter kennenlernte – so sehr verbunden, dass er sie als seine eigentliche Heimat bezeichnete. Diese Heimatliebe pflegte er gemeinsam mit meiner Mutter sehr liebevoll. Vor allem in der Weihnachtszeit war das offensichtlich. Er stellte CDs und Videos zusammen, auf denen er die Heimatlieder zusammenstellte, die ihn am meinsten berührten – die vom Leben der Bergleute berichteten, von der Heimatverbundenheit und der Liebe zum Erzgebirge. Er war selber einige Jahre Bergmann und kannte aus eigener Erfahrung die Sehnsucht nach Licht und Sonne, wenn sie in der zweiten Jahreshälfte im Dunkel in den Schacht einfuhren und erst bei Dunkelheit wieder auffuhren. Er dichtete selbst und verschenkte seine Werke an die Familie, Bekannte und Freunde.

Diese Heimatliebe und das Brauchtum haben auch wir übernommen und an unsere Kinder weitergegeben. Wir pflegen diese Wurzeln und lieben es – vor allem in der Weihnachtszeit – dieses Brauchtum zu pflegen.

Auch in diesem Jahr werden meine Eltern in Gedanken wieder dabei sein, wie sie bei allen Gelegenheiten in Gedanken bei uns sind.

Sie hatten teilweise ein schweres Leben, aber sie haben etwas aus ihrem Leben gemacht – durch Fleiß, Willen und vor allem mit viel Freude und Spaß am Leben. Diese Lebensfreude ist es, woran ich mich am liebsten erinnere, ihr Lachen, ihr mitfühlendes Tun.

Vor einem Jahr hat sich das Leben von meinem Vater vollendet – diesen Beitrag widme ich ihm ganz allein. Er würde sich freuen, wenn er das wüsste.

In Liebe und mitfühlender Erinnerung

Evelin

16-06-abschied-von-papa-und-muttiIm Juni 2015 haben sie noch ihr 10. Urenkel erlebt. Keiner dachte, dass sie ein halbes Jahr später nicht mehr da sind.

Erleb-Bar: Der Herbst beginnt

16-05-erleb-bar-herbst

Heute Morgen ist es nebelig und kühl – naja, es ist an der Zeit, der Herbst verlangt sein Recht.

Und ich mag auch diese Tage, überhaupt liebe ich den Wechsel der Jahreszeiten.

Die Natur zeigt uns, wie der natürliche Lauf des Lebens geht.

Im Frühling das Erwachen der Natur, dieses verschwenderische Blühen in all den Farben. Erst in Weiß mit den Schneeglöckchen und Märzenbechern, dann das Gelb der Narzissen und Forsythien, sozusagen als „Sonnengruß“ und dann wird es mit den Krokussen und Tulpen immer bunter. Und wenn dann der Frühling so richtig eingeläutet ist, dann überzieht er alles mit einem  grünen Teppich. Die Vögel zwitschern und singen ihre Lieder und die Tage werden wieder länger. Es ist so ein schönes Erwachen und Aufbrechen der Natur, so ein intensives Wachsen und sich entwickeln, dass einem schwindelig wird.

Dann der Sommer – ich liebe die Sonne, das Licht, die Wärme – sie lässt die Früchte reifen, die Beeren im Garten, im Wald und all die Früchte und das Gemüse, die Blumen und Kräuter – ein reich gedeckter Tisch. Ich liebe es in der Erde zu buddeln, im nahen See baden zu gehen und in der Sonne zu liegen und Energie zu tanken.

Und der Herbst beschenkt und mit Obst und Gemüse für die Winterzeit, die letzten Äpfel, Kürbisse, Kartoffeln und Möhren. Die immer kürzer und kühler werdenden Tage signalisieren der Natur Kraft zu sparen, die vorhandenen Energien langsam wieder in den Wurzeln zu speichern, Energiereserven anzulegen und Wind und Wetter so wenig wie möglich Angriffsfläche zu bieten.

Zeit auch für uns, sich auf unsere Wurzeln zu besinnen.

Die Blätter haben ihre Aufgabe als Chlorophyll“fabriken“ erfüllt und dienen nun als Humusspender für die kommende  Saat. All die kleinen Lebewesen und Mikroorganismen helfen ihnen dabei.

Und dann kann er kommen – der Winter – der mit eisigem Frost auch die letzten Blumen sterben lässt und zur Ruhe und Entspannung, zu Rückzug und Besonnenheit zwingt.

Die Dunkelheit hat nun das Regiment übernommen – sie will uns helfen, dass auch wir gelassener werden, uns mehr Ruhe gönnen und mehr Schlaf.

Die Natur wird mit einer Decke aus weißem Schnee zugedeckt und lässt alles noch viel ruhiger, ebenmäßiger und klarer erscheinen. Eingehüllt in einen weißen Mantel macht sie fast alles gleich. Alles fügt sich ein in diese kühle Sanftheit.

Und wenn der eisige Nordwind kommt, dann setzen wir uns an das Kaminfeuer und erwecken die Sonne aus dem geschlagenem Holz wieder zum Leben – mit einem warmen Lichtschein und wohliger Wärme.

Ein leckerer Tee, ein Rauchwerk aus Weihrauch oder Räucherkerzen, eine Kerze – das macht es so richtig heimelig.

So liebe ich JEDE Jahreszeit und bin mir der Geschenke bewusst, die jede von ihnen mitbringt – der Frühling, der Sommer, der Herbst und der Winter. Und sie machen mir auch die Vergänglichkeit bewusst, den Lauf des Jahres und die Zeit des Lebens – für mich immer wieder ein Zauber der Natur, in der ich mich so sehr als Teil von ihr begreife und ehrfürchtig bin und dankbar, dass ich es so erleben kann.

 

Ich wünsche Euch eine gute Zeit.

 

Ganz liebe Grüße

 

Evi

 

Erleb-Bar: Wie die Zeit vergeht

16-04 Erleb-BAR Wie die Zeit vergeht

Ein viertel Jahr ist seit meinem letzen Blogartikel vergangen – eine Zeit, die dennoch sehr angefüllt war mit Veränderungen.

Das Haus meiner Eltern ist verkauft, wurde leer geräumt und so viel wie möglich zur weiteren Verwendung verschenkt. Das ist uns auch ganz gut gelungen. Fast alles, was in den Schränken war ist an die Franziskaner gegangen für sozial schwache Familien und Obdachlose. Die Möbel hat eine Initiative abgeholt, die Flüchtlinge unterstützt eigene Wohnungen einzurichten. Das was uns “lieb und teuer” war, haben wir behalten – immer noch viel zu viel, wofür ich eigentlich gar keinen Platz habe. Da wird noch mal ein Aussortieren notwendig werden.  Aber im Moment musste ich diesen Umweg gehen, aus dem Bedürfnis heraus so viel wie möglich von dem, was meine Eltern hinterlassen haben in ihrem Andenken zu bewahren. Der Abschied von meinem Elternhaus ist mir sehr schwer gefallen und irgendwie hatte ich das Gefühl mit dem Aufheben von Dingen, womit so viel Erinnerung verbunden ist, hilft mir darüber besser hinweg. Ich brauche halt diesen Umweg und Zeit, diesen Abschied zu verarbeiten. Ich bin auch sehr dankbar, dass meine Familie dafür volles Verständnis hat. Die Pflege des Gartens meiner Eltern und das in Ordnung halten des Hauses fällt nun weg und das bedeutet auch Zeitgewinn für mich. Dennoch habe ich es sehr genossen noch einmal alles in ihrem Sinne zu tun – die Blumenbeete zu hegen, Tomaten, Gurken und Bohnen anzupflanzen aus den ersten Äpfeln Saft zu machen. Auch die Hecken wurden noch einmal geschnitten. Der Pool wurde auch von mir genutzt – vor allem nach der Gartenarbeit war das eine willkommene Erfrischung.

Zum Abschied hatten wir noch alle Nachbarn zu einem Grillabend eingeladen. Ich war sehr angenehm überrascht, dass alle die Einladung gern angenommen haben und so war es ein sehr schöner und unterhaltsamer Abend. Sie haben von ihren Erlebnissen mit den Eltern berichtet. Auch ihnen werden sie fehlen. Überhaupt war zu spüren, dass ihnen diese Zusammenkunft als Nachbarn sehr gut getan hat – etwas, was zu Lebzeiten meiner Eltern leider nicht stattfand. Da blieb es immer beim Plausch über den Gartenzaun. Vielleicht finden solche Abende in Zukunft ab und an statt – denn ein Nachbar hat spontan für die nächste Zusammenkunft eingeladen.

Inzwischen geht mein Enkelsohn in die Krippe und wir holen ihn täglich ab, damit der Tag nicht so lang für ihn wird, gerade in der Anfangszeit ist es doch anstrengend für ihn. Es ist sehr schön mitzuerleben, wie er sich entwickelt, immer wieder Neues lernt und uns überrascht. Wir nehmen seine Entwicklung viel aufmerksamer wahr, als wir es bei den eigenen Kindern gemacht haben – da waren wir einfach noch zu sehr mit Arbeit beschäftigt und all den anderen Pflichten, die man als Eltern hat. Als Großeltern lassen wir alles stehen und liegen, da sind wir nur Oma und Opa. Wir genießen diese Zeit, die so schnell vorbei sein wird.

Sommerzeit ist Grillzeit und so bleibt auch das Partyzelt über den Sommer in unserem Garten aufgebaut für kleine geplante und sponate Feste. Auch unser Flammkuchenofen hat sich bewährt. Es geht so schnell ihn anzuheizen, Fladen mit Schmand, Zwiebeln und Schinkenwürfel zu belegen und innerhalb weniger Minuten im Ofen zu backen. Zur Brombeerzeit haben wir dann die süße Variante probiert – einfach Brombeeren gepflückt, die am Feldrain wachsen, auf den Schmand gelegt, gebacken und am Ende Zucker darüber gestreut. Einfach lecker!

Gartenarbeit ist mir nach wie vor ein Bedürfnis. Nach der Erdbeerernte im Juni, ernten wir nun Tomaten,  Zucchini und Kürbisse und erfreuen uns an den Sommerblumen. Auf das Sammeln von Blaubeeren und Brombeeren habe ich dieses Jahr verzichtet, die Marmeladen vom letzten Jahr sind noch nicht aufgebraucht.

Inzwischen neigt sich der Sommer dem Ende, das merke ich auch an den Spinnweben, die den Altweibersommer ankündigen. Dann beginnt der Herbst und die Tage werden wieder sichbar kürzer.

Ich liebe diesen Jahreslauf mit all den Veränderungen in der Natur. Das macht mir den Ablauf der Zeit sehr bewusst, wie schnell ein Jahr vergeht.

Aber erst mal werde ich noch die letzten schönen Sommertage genießen, Sonne tanken und damit meinen Vitamin D-Spiegel auffüllen, um gut durch die dunkle Jahreszeit zu kommen.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Zeit.

 

Liebe Grüße

Evi

 

Mach-BAR: Bedürfnisse

16-03 Mach-BAR Bedürfnisse

Nachdem ich mich wieder einmal mit meinem Sinn des Lebens beschäftigt habe, ist mir klar geworden, dass es ganz viel mit  MEINEN Bedürfnissen zu tun hat.

Bedürfnisse – was steckt eigentlich dahinter?

– es darf etwas sein, etwas dürfen, wessen bedarf ich – welche Bedarfe habe ich?

Also schaue ich mal im www nach, was da zum Thema Bedürfnis steht: Verlangen, Wunsch, Ansprüche – einem Mangel abzuschaffen – Motiv und Motivation spielen dabei auch eine große Rolle und das es verschiedene Arten von Bedürfnissen gibt: Individual-, Kollektiv-, Existenz -, Luxusbedürfnisse.

Es gibt sogar eine Bedürfnispyramide.

Danach bilden die physiologischen Bedürfnisse die Grundlage – klar, sonst würden wir nicht überleben. Dann kommen die Sicherheitsbedürfnisse – was für mich einer Art Schutz des Erreichten gleich kommt. Da wir soziale Wesen sind, spielen soziale Bedürfnisse eine große Rolle – die Fähigkeit Beziehungen einzugehen, sich auf andere Menschen einzulassen, dadurch die eigene Individualität  entdecken und die individuellen Bedürfnisse befriedigen. Die Selbstverwirklichung bildet dann die Spitze dieser Bedürfnispyramide.

Die Befriedigung der physiologischen und Sicherheitsbedürfnisse liegt zu Beginn unseres Lebens vor allem in den Händen unserer Eltern.  Haben wir als Kinder Mangel und Angst erlebt, so prägt uns das für unser späteres Leben. Auch wie wir als Kinder Beziehungen zu anderen Menschen erlebt haben hat Einfluss auf uns als soziale Wesen – unsere sozialen Bedürfnisse.

Als Kinder sind wir auf die Erwachsenen angewiesen und passen uns ihnen an. Zur Befriedigung der Bedürfnisse unserer Ernährer und Beschützer beizutragen, ein gutes Mitglied der sozialen Gemeinschaft zu sein, sich einzufügen wird zur Hauptaufgabe unseres Lebens als Kind.

Individuelle Bedürfnisse durchzusetzen führt, vor allem in der Zeit als Teenager, nicht selten zu Konflikten mit den Eltern, Lehrern, Erziehern, …. , die dann ihre Macht ausspielen und wir dann unterliegen und Misserfolge hinnehmen müssen. So lernen wir uns auch als junge Erwachsene anzupassen.

Sind wir dann selbst Eltern fühlen wir uns für unsere Kinder verantwortlich und sorgen dafür, dass deren physiologische und Sicherheitsbedürfnisse befriedigt werden – und es bleibt kaum Zeit für die eigenen individuellen Bedürfnisse, von Selbstverwirklichung ganz zu schweigen.

Erst, wenn man im Beruf einen gewissen Stand hat, sich eine soziale Sicherheit geschaffen hat, die Kinder relativ selbstständig sind, kann man wieder über die individuellen Bedürfnisse nachdenken – wenn sie nicht zu sehr verschüttet wurden.

Mir geht es jedenfalls so, dass ich meine eigentlichen individuellen Bedürfnisse gar nicht klar benennen kann. Meist vermischen sie sich mit den sozialen Bedürfnissen – eine gute Beziehung zum Partner und den Kindern haben – oder mit den Sicherheitsbedürfnissen – ich möchte, dass es mir und den anderen gut geht, man sich einen guten Lebensstandard leisten und beibehalten kann. So trägt die Anschaffung von materiellen Gütern (Haus, Auto, schöne Einrichtung, ….) dazu bei, dass wir uns Dinge anschaffen, die uns das Leben scheinbar erleichtern, lebenswerter machen.

Irgendwann kommt man dann an den Punkt, wo man nicht glücklicher und zufriedener wird, wenn man alte Dinge gegen neue und modernere austauscht. Ein paar neue Schuhe oder ein neues Auto ändern nichts Grundlegendes in unserem Leben. Und auch die erklommene Karriereleiter bringt uns keine Befriedigung, sondern mehr Verantwortung und mehr Geld, was wir dann für unsere scheinbaren Bedürnisse ausgeben.

Individuelle Zeit, die Achtsamkeit und Aufmerksamkeit uns selbst gegenüber nimmt immer mehr ab und damit versperren wir uns den Zugang zu unseren individuellen Bedürfnissen – ich meine wirklich meine ganz ureigenen individuellen Bedürfnisse, keine 0 – 8 – 15 Bedürfnisse, die uns allen von der Werbung aufgedrückt werden.

Wann habe ich meine eigene Individualität wahr genommen, eigene Bedürfnisse wahrgenommen und bin dabei mit den anderen aneinander geraten?

War es als Kind, als ich selbstvergessen gespielt habe, mich in meiner Welt voller Fantasien befunden und darüber die Zeit vergessen habe?

War es die Auseinandersetzung als Jugendliche, als ich meinen Willen unbedingt durchsetzen wollte, mich meinen Eltern widersetzt habe und “mein Ding” gemacht habe?

Wann habe ich das letzte Mal selbstvergessen meinen Träumen nachgehangen und die Zeit vergessen? Wann einfach mal spontan “mein Ding” gemacht und mir keine Gedanken über das Danach und die anderen gemacht?

Ja, ich glaube, dass das “Gedanken machen über Andere” – wie sie mein Verhalten bewerten, ob sie es gut heißen oder verurteilen – letztendlich meine Entscheidung beeinflussen, was ich tue.

Ich rede mir zwar ein, dass ICH die Entscheidung treffe, aber eigentlich sind es die Gedanken über die Auswirkungen meiner Entscheidung auf andere, die mich etwas tun lassen oder auch nicht.

Es lohnt sich also wieder mal in meinem Inneren zu graben und nach meinen individuellen Bedürfnissen zu suchen. Was habe ich als Kind gern gemacht? Worüber vergesse ich die Zeit? Was fesselt meine Aufmerksamkeit? Wobei entspanne ich? Was fühlt sich für mich gut an? Was tue ich gern und ohne Mühe?

Darüber werde ich mal in der nächsten Zeit nachdenken. Mal sehen, was dabei heraus kommt.

 

Alles Liebe

 

Evi

 

Erreich-BAR: Der Sinn des Lebens

16-02 Erreich-BAR Der Sinn des Lebens

Ja, das ist ein großes Thema – Der Sinn des Lebens – besser gesagt, über den Sinn meines Lebens, das was noch kommt, nachzudenken.

Schließlich habe ich schon zwei Drittel meines Lebens gelebt und kann daran nichts mehr ändern. Aber das Drittel, was noch vor mir liegt, das möchte ich sinnvoll leben.

Diesem Abschnitt des Lebens seinen besonderen Sinn geben. Da geht es nicht mehr um Karriere, Kindererziehung und Jagd nach Erfolgen. Im letzten Drittel des Lebens geht es – meiner Meinung – darum, die Früchte dessen zu ernten, was man im bisherigen Leben erreicht hat, die Erfahrungen zu nutzen, die man gemacht hat und sich auf den Kern des Lebens wieder besinnen – nämlich zu leben.

Viele nehmen es sich zwar vor: “Arbeiten, um leben zu können – aber nicht leben, um zu arbeiten” – aber das ist in einer schnelllebigen, ergebnisorientierten Welt nicht so einfach. Inzwischen werden wir so von den elektronischen Medien beherrscht und kontrolliert, dass man über Science fiction Filme früherer Zeiten nur lächeln kann.

Gut, dass dieser Abschnitt nun hinter mir liegt und ich mich “nur” noch um mein Leben kümmern brauch.

Wenn man ein ganzes Arbeitsleben hinter sich hat, davon geprägt ist, fällt es gar nicht so leicht, sich wieder auf die eigenen Bedürfnisse zu beSINNen. War doch das Leben davon bestimmt, es allen anderen recht zu machen. Und irgendwann ist das Bedürfnis, es den anderen recht zu machen – zum Antrieb meines Lebens geworden, war Hauptbestandteil meines beruflichen Lebens. Und wenn ich Glück hatte, bekam ich Lob und Anerkennung dafür.

Und jetzt muss ich dieses Bedürfnis “Es anderen recht zu machen” ablegen, es hindert mich nur daran zu meinen Bedürfnissen zu gelangen.

Ich will, dass es mir gut geht, will meine tiefsten inneren Bedürfnisse – die ich inzwischen so verschüttet habe – wieder finden und mich um sie kümmern, aus ihnen Energie beziehen und meinem letzen Lebensdrittel noch einmal so richtig Schwung geben kann.

Da sind auch noch die alten Glaubenssätze und Verhaltensmuster, die durch die Gesellschaft geprägt sind, dass Menschen in der zweiten Lebenshälfte nicht mehr aktiv sind, zu nichts mehr nütze sind – eigentlich überflüssig sind.

Aber genau die Zeit nach einem erfolgreichem Arbeitsleben ist die Zeit, in der die Generation der 60 bis 70 Jährigen noch fit und aktiv ist und sich noch ein paar Wünsche erfüllen kann.

Es ist schwieriger sich auf die eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu konzentrieren, als die Wünsche und Bedürfnisse anderer zu erfüllen. Ist schon ver-rückt.

Da werde ich noch mal ganz tief in mich gehen und nach meinen Wünschen und Bedürfnissen forschen – also die wirklichen und nicht nur Pseudowünsche.

Mal sehen, was daraus wird.

 

Ganz liebe Grüße

Evi

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