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Mein Baum

In meiner Straße gibt es einen einzigen Baum unmittelbar am Straßenrand.

Anfangs habe ich ihn gar nicht so wahr genommen – er war da, ein ganz gewöhnlicher Ahornbaum.

Im Herbst 2009 wurde dieser Baum so stark zurück geschnitten, dass ich mich gefragt habe, ob diese Radikalkur wirklich notwendig war.

Im darauffolgenden Frühjahr 2010 war ich so froh, dass er frische Zweige getrieben hat.

Frühjahr 2010

Sommer 2010

Winter 2010/2011

Auch wenn die darauffolgenden Herbststürme “meinen” Baum ziemlich gerupft haben, weil sich die neuen dünnen Äste an der Borkenrinde nicht genügend verankern konnten, so hat er dennoch den kommenden Winter 2010/2011 gut überstanden und im Frühjahr erneut “ausgeschlagen”. Inzwischen hatte er sich so gut entwickelt, hat seine kahlen Stellen mit neuen Ästen, Zweigen und Blättern verdeckt, dass er wieder richtig hübsch aussah.

Dieses Jahr wollte ich ihn wieder in seiner vollen Pracht in seinem hübschen bunten Herbstlaub fotografieren.

Als ich aus dem Urlaub zurückkam, traf mich fast der Schlag.

Mein Baum wurde regelrecht amputiert, hingerichtet.

Herbst 2012

Ich kann nicht verstehen, warum die Stadt solchen Frevel zulässt und sogar noch Geld dafür ausgibt.

Von diesem Baum ging weder eine Gefahr aus, auch eine Beeinträchtigung der Anwohner kann ich nicht feststellen. Die Erlaubnis diesen Baum zu fällen gab es wohl nicht, also wird er nun solange “zurück” geschnitten  bis er nicht mehr die Kraft hat auszutreiben und abstirbt.

Traurig, dass es Menschen gibt, die der Natur austreiben wollen auszutreiben und statt dessen abtreiben.

Ich hoffe inständig, dass mein Baum im Frühjahr dennoch wieder die Kraft findet, um neu zu treiben – allen Baumgegnern zum Trotz.

Alles Gute

Evi

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