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Mach-BAR: Hinderliche Glaubenssätze beim Aufräumen

17-02-aufraeumen-und-glaubenssaetze

Es ist so schön Freunde zu haben und sich mit ihnen auszutauschen. Dieser Austausch hilft mir mich besser zu erkennen, beleuchtet so manchen blinden Fleck bei mir und triggert Dinge im Unterbewusstsein an, die dann hoch kommen. Das hilft mir sehr, weiß ich doch, dass all das Gesagte von Herzen kommt. Sie helfen mir, dass ich mich nicht schlecht fühlen muss, nur weil ich beim Essen “gesündigt” habe oder ein Vorhaben abgebrochen habe. Sie machen mir Mut und wiederholen immer wieder, dass ich so wie ich bin richtig bin – auch wenn ich das, was ich mir vorgenommen habe nicht so umsetze, wie angekündigt.

Selbstliebe und Akzeptanz – und alles was uns passiert  bewusst erkennen, annehmen und schauen, was es uns sagen will – in unser Bewusstsein lassen, es bewusst SEIN lasse.

Ich bin ein Meister im Verdrängen und Ablenken, wenn mir etwas unangenehm ist. Ich beschäftige mich dann lieber mit etwas anderem, als mich zu fragen, warum ist es mir unangenehm, warum fühle ich mich deswegen schuldig. Schuld hat auch immer die Scham im Schlepptau und die Angst zu Versagen. Tolle Gesellschaft, die mich nicht gerade motiviert – also suche ich mir etwas, wo ich diese Gesellen loswerde, etwas was mir besser gefällt. Aber das löst nicht das Problem. Und Probleme sind ja Pro-bleme, also für etwas gut und keine Monster, die uns schaden wollen.

Ein solches Pro-blem ist für mich das Aufräumen. Dieses Pro-blem steht vor mir, wie ein riesiges Monster, vor dem ich mich lieber verstecke, als es zu fragen, warum es da ist, was es will.

Also ich meine dieses grundlegende Entrümpeln der Sachen, die ich nicht oder äußerst selten benutze, die in Kartons und Schubladen einen Dauerschlaf halten oder auf einem hochgelegenen Regalplatz verstauben. Und es werden immer mehr, mit jedem Jahr. Und in 38 Jahren, die wir hier schon wohnen kommt dann doch einiges zusammen.

Was sind das für Sachen?

Vor allem Dinge an denen Erinnerungen hängen – Erinnerung an meine Kindheit – Erinnerung an die Kindheit meiner Kinder – Erinnerung an meine Eltern – Erinnerung an liebe Menschen,mit denen ich mal einige Zeit verbracht habe. Jedes dieser Dinge ruft in mir eine schöne Erinnerung hervor, wenn ich wieder mal über sie “stolpere”. Also lass ich sie liegen.

Dazu gehören auch Geschenke und selbstgebastelte Sachen. Ebenso wie Bücher, Karten & Briefe, Fotos, Platten und CDs. Alles Sachen, die mit schönen Emotionen verbunden sind.

Dinge wegzutun, die mal viel Geld gekostet haben, die ich ja mal wieder benutzen könnte, das fällt mir auch schwer. Solange ich einen Platz finde – und ich finde dann immer einen – bleiben sie. “Man könnte sie ja noch mal gebrauchen”.  Und zur Rechtfertigung benutze ich das dann ein bis zwei Mal und dann wird es wieder im Schrank verstaut.

All das hindert mich daran für mich den FREI-Raum zu schaffen, den ich mir so sehr wünsche, der meine Energien wieder frei fließen lässt.

Was hindert mich daran?

Es sind Glaubenssätze, alte Glaubenssätze aus meiner Kindheit. Damals mögen sie ihre Berechtigung gehabt haben, aber wenn sie mich heute daran hindern das zu tun, was ich mir so sehr wünsche, dann wird es Zeit sie mal näher unter die Lupe zu nehmen.

Mit dem Tod meiner Eltern sind auch die Erschaffer und “Kontrolleure” dieser Glaubenssätze nicht mehr da, fühle ich nicht mehr die Verpflichtung “es ihnen recht zu machen” – auch ein alter Glaubenssatz.

Welche Glaubenssätze sind das?

“Das ist wertvoll” - das gilt für Erinnerungen, Geschenke und für Dinge, die viel Geld gekostet haben. ‘Wertvolles bewahrt man auf, das wirft man nicht weg.’

“Das kann man noch mal gebrauchen” –  geboren aus einer Zeit, wo der Mangel noch  unser Leben bestimmt hat. Wenn ich es nicht gebrauchen kann, es gibt bestimmt jemanden, der mir dann dankbar ist, dass ich es aufgehoben habe. Dankbarkeit von anderen zu bekommen ist ja auch ein schönes Gefühl.

“Das ist noch in Ordnung” – man wirft nur Dinge weg, die kaputt oder aufgebraucht sind, alles andere ‘kann man ja noch mal gebrauchen’. Man hat sie ja mal ‘aus einem guten Grund’ gekauft und ‘dafür Geld ausgegeben’. Nur weiß ich heute den Grund nicht mehr.

“Andere wären froh, wenn sie das hätten” – vor allem bei Geschenken, die mir nicht gefallen, aber dem Menschen gegenüber ich eine Verpflichtung zur Dankbarkeit fühle, höre ich die Drohung dahinter: ‘Wehe, wenn du das wegwirfst’. Auch wenn der andere sich beim Verschenken was dabei gedacht hat kommt das nicht bei mir an oder passt nicht zu mir.

“Du bist undankbar, wenn du das nicht wertschätzen kannst” - Undankbarkeit hat auch etwas mit ‘Du bist es nicht wert, wenn du das nicht anerkennst’ zu tun – und wer will schon wertlos sein. Da ist das Aufheben noch das kleinere Übel.

“Das kannst du doch nicht machen, was sollen die Anderen denn von dir denken.” - auch so ein Glaubenssatz, wo es um die eigene Wertschätzung geht. Weggeben, wegwerfen wird hier mit Nichtwertschätzung und Undankbarkeit verbunden. Auch die Verbindung zu gesellschaftlichen Normen wird hier offenbar und wenn man es anders macht, dann nicht dazu zu gehören, Außenseiter zu sein, war schon ein guter Grund es nicht zu tun. Solche Denkweise findet man bei den jüngeren Generationen kaum noch, die ist doch sehr an unsere Generation und die unserer Eltern gebunden.

Ich bin echt erstaunt, was da jetzt an alten Glaubenssätzen hochgekommen ist. Die hatte ich alle wunderbar verdrängt, aber dennoch wirken sie aus dem Unterbewusstsein heraus. Ich werde mich jetzt noch einmal ganz intensiv damit beschäftigen, in Ruhe darüber nachdenken. Dass ich sie nicht mehr brauche, dass sie mich hindern bei meinem Weg zu mehr Freiraum – das hat der Verstand schon lange kapiert – aber in meinem Unterbewusstsein arbeiten sie sehr geschäftig weiter. Also werde ich sie mal nacheinander ans Licht holen, zu mir einladen und schauen, was sie mir zu sagen haben. Ich will das in Liebe annehmen – denn schließlich sind sie seit vielen Jahren ein Teil von mir. Es ist nun mal so – es erst mal akzeptieren, ins Bewusstsein holen und dann erkennen, dass es in Zukunft nicht mehr so sein muss, dass ich die alten Glaubenssätze heute nicht mehr brauche. Ich kann sie in Dankbarkeit und Liebe loslassen und sie in den Ruhestand schicken – oder ins Archiv geben.

Stefan Hiene hat mal gesagt, dass man Glaubenssätze nicht auflösen kann, sie werden immer da sein – aber ob sie weiter wirken, das können wir beeinflussen. Dieser Gedanke gefällt mir – das fühlt sich für mich richtig an und lässt mich auch die Ohnmacht alten Glaubenssätzen gegenüber verlieren. Ich habe die Macht ihrem Wirken ein Ende zu bereiten, das ist mir bewusst geworden. Und das ist ein schönes Gefühl.

So, jetzt werde ich noch mal in mich gehen und all das wirken lassen. Auf alle Fälle fühle ich mich jetzt gut und es fühlt sich für mich richtig an.

Alles Liebe

Evi

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