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Les-BAR: Magic Cleaning I

Die Autorin Marie Kondo stellt in ihrem Buch “Magic Cleaning” ein Aufräumkonzept vor, was anders ist, als die ich bisher kennen gelernt habe. Auf dieses Buch bin ich über Youtube-Videos gestoßen, die nach der ‘KonMari’ – Methode aufgeräumt haben. Es ist eine ganz andere Herangehensweise als die üblichen Tipps und hat mich neugierig gemacht.

Im ersten Kapitel “Chaos pur, obwohl man ständig aufräumt” geht sie darauf ein, warum die gängigen Aufräumtippst auf Dauer nicht funktionieren.

Diese  beziehen sich auf das Schaffen von Ordnungssystemen, in denen die Dinge aufbewahrt werden. Es wird davon ausgegangen, dass wir Zimmer für Zimmer, Schrank für Schrank, Schublade für Schublade aufräumen, die Dinge in einem Ordnungssystem mit entsprechenden Unterteilungen, Schachteln und Einlagen für Schubfächer, usw. wieder neu einsortieren . Durch solche ‘Aufräumaktionen’ habe ich – anstelle gründlich wegzuwerfen – die Dinge nur in neue Schübe und Kisten einsortiert, wenig weggeworfen. Freiraum hat es mir keinen gebracht – eine neue Ordnung, aber keine, die mich auf Dauer glücklich gemacht hat.

Bei dem Magic Cleaning-Konzept räumen wir nach Kategorien  (Kleidung, Bücher, Papiere, …) auf, d.h. alles was sich dazu in der Wohnung befindet wird zusammen getragen, dann werden die Dinge aussortiert und nur die behalten, die uns glücklich machen, so dass wir uns am Ende unserer Aufräumaktion nur noch mit Dingen umgeben, die uns glücklich machen. Der Fokus liegt also darauf zu schauen: “Was macht mich glücklich?” und erzeugt schon dadurch eine positive Grundhaltung.

Die üblichen Methoden konzentrieren sich darauf: “Was kann weg? Was stört? Was brauche ich nicht mehr? Was gefällt mir nicht?” Hier muss ich mich beim Aufräumen auf die negativen Dinge konzentrieren, kein Wunder, dass mit zunehmender Aufräumdauer der Frust steigt.

Der Ansatz der KonMari-Methode, also von Magic Cleaning, gefällt mir sehr gut, spricht er doch direkt das Herz an – nicht den Verstand, wie bei den Schaffen von Ordnungssystemen. Der Verstand hat seine ganz eigenen Regeln, er hört auf die alten Glaubenssätze, die wir seit der Kindheit mit uns herum schleppen und die uns heute daran hindern unseren eigenen Herzensweg zu gehen. Und genau darum geht es – seinem Herzen zu folgen und glücklich zu sein.

Credo: In der Wohnung befinden sich ausschließlich Dinge, zu denen ich eine glückliche Beziehung habe und die mir am Herzen liegen.

Menschen, die es glücklich macht Besitz anzuhäufen, um damit nach außen zu prahlen, brauchen nicht weiter zu lesen, für die ist ‘Magic Cleaning’ nichts. Es ist nur etwas für Menschen, die glücklich sein wollen – unabhängig von der Größe ihres Besitzes.

Im 2. Kapitel  ‘Der Anfang: Komplett Entrümpeln’ geht es darum den Kern ihrer Methode zu verstehen, warum sie genau so und nicht anders vorgeht und welche Fragen in diesem Zusammenhang auftauchen.

Aufräumen nicht als lästige Pflicht, unbedingtes MUSS oder ‘Ich werde es den anderen beweisen’ betrachten – dieses Herangehen wird scheitern, denn so fokusiere ich mich auf das, was mir nicht gefällt, nicht gut tut. Das ist die falsche Herangehensweise.

Aufräumen soll Spaß machen, uns Freude bereiten. Am Ende , endlich nur noch die Dinge um uns zu haben, die uns glücklich machen – allein der Gedanke macht mich schon glücklich.

Und so wird Aufräumen zum Fest:  In einem Rutsch, in kurzer Zeit und perfekt aufräumen! - dass man den Schock der Ordnung voll erlebt und dies zum Bewusstseinswandel führt.

Vor dem Anfangen ist es ganz wichtig über folgende Fragen nachdenken:

Hier geht es um das große WARUM des Aufräumens? Was ist meine Motivation zum Entrümpeln? Was ist der Grund meines Aufräumens? Was möchte ich durch das Aufräumen erreichen? Wie sieht mein idealer Lebensstil aus? Wie soll er aussehen? Was wünsche ich mir?

Es geht darum, sich darüber im Klaren zu werden, ob der Grund von außen kommt – weil andere mich dazu drängen, ich es anderen beweisen will – oder der Wunsch nach Ordnung direkt aus meinem Herzen kommt. Wenn ich diesem Herzenswunsch nachgehe, tiefer schaue, dann fühle ich, wie die Sehnsucht nach einem aufgeräumten Heim zunimmt und damit die Freude auf das Aufräumfest.

Ich habe mir dafür einige Tage Zeit gelassen, in mich hinein gehört, gefühlt, ob meine Antworten darauf sich wirklich stimmig anfühlen, ob sie aus meinem Herzen kommen. Hat sich doch in den letzten drei Jahren einiges in meinem Leben verändert, was einfach auch ein gründliches Entrümpeln der Wohnung erfordert. Wir sind nicht mehr berufstätig, die Kinder sind aus dem Haus, wir betreuen stundenweise unseren Enkel – damit ist unser Tagesablauf ein anderer geworden. Viele Dinge brauchen wir einfach nicht mehr, andere sind dazu gekommen.

Anfangs hatte ich noch mit dem ein oder andere Glaubenssatz zu kämpfen, den mir mein Verstand geschickt hat – aber die Antworten aus dem Herzen fühlen sich einfach besser und tiefer an, kraftvoll und wahr. Diesen Unterschied habe ich erst nach ein paar Tagen gespürt. Das neue aufgeräumte Heim hat vor meinen Augen Gestalt angenommen hat. Dieses Bild muss in allen meinen Zellen verankert sein.Es lohnt sich dieses Gefühl im Zusammenhang mit dem Aufräumen zu haben – das verknüpft das Aufräumen mit positiven Gefühlen, war es doch Zeit meines Lebens immer nur mit negativen Gefühlen und Müssen verbunden, was zwangsläufig zu Widerständen und Konflikten führt. Erst nachdem dieses Gefühl der Freude im Zusammenhang mit Aufräumen kam, war es mir auch eine Freude zu erfahren, welche Tipps mich in den weiteren Kapiteln des Buches erwarten, um das Aufräumfest zu einem unvergesslichen Ereignis meines Lebens werden lassen.

Das erfahrt ihr im nächsten Beitrag.

Voller Vorfreude auf ein Heim, was mich rundum glücklich macht.

Evi

 

 

 

 

 

 

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