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Körpersprache

Da wir mit unserem Körper  70% unserer Emotionen ausdrücken, lohnt es sich mal näher darauf einzugehen.

Unsere Körpersprache verwenden wir zum größten Teil unbewusst. Wir wissen also gar nicht, wie wir auf Menschen wirken.  Wir können es höchstens an ihren Reaktionen erkennen, wenn wir uns Mühe geben.

Da aber  die Reaktionen der Menschen mit ihrer eigenen Körpersprache, mit der Wahrnehmung der Körpersprache des anderen vermischt werden, bedarf es sehr viel Aufmerksamkeit.

Wenn wir miteinander agieren werden in unserem Gehirn Spiegelneuronen aktiviert. Sie “spiegeln” das Verhalten des anderen wider und veranlassen uns dazu dieses Verhalten zu kopieren.

Je sympathischer uns ein Mensch ist, desto mehr “spiegeln” wir sein Verhalten wider, d. h. wir verhalten uns ähnlich. Kinder tun das besonders auffällig.

Dadurch vermitteln wir dem anderen, dass wir mit ihm auf einer “Wellenlänge” sind. Wir ahmen unbewusst dessen Gesten nach.

Verschränkte Arme, übergeschlagene Beine signalisieren uns Ablehnung, Distanz.  Durch diese Körperhaltung gibt uns der andere zu verstehen, dass er nicht mit dem einverstanden ist, was wir sagen oder tun.

Mein Bestreben bei der Umsetzung von Aufgaben im Team ist es, dass alle Mitwirkenden und Betroffenen verstehen, worum es geht.  Um dieses Verständnis zu bekommen, müssen Menschen wissen, was ich beabsichtige; verstehen warum und weshalb ich was tue und sie sollten bereit sein, es mitzutragen.

Ich muss verstehen, welche Erfahrungen und Bedenken sie einbringen, ein guter Zuhörer sein.

Beim Aktiven Zuhören nehmen die anderen nur meine Körpersprache wahr. Nicken, Augenkontakt, eine offene Körperhaltung zeigen dem anderen, dass ich seinen Argumenten folgen kann. Schau ich in der Gegend herum oder beschäftige mich mit anderen Dingen, dann fühlt der andere mein Desinteresse. Ich kann somit auch nicht erwarten, dass er am Ende meien Argumenten zustimmt.

Offenheit, Transparenz, Mitgefühl, Verständnis, Aufmerksamkeit, Aktives Zuhören helfen uns dabei Hindernisse zu erkennen, Bedenken zu verstehen und Möglichkeiten für die nächsten Schritte gemeinsam zu finden.

Bin ich bereit mich auf die anderen einzulassen, einen Umweg in Kauf zu nehmen, zu warten, wenn Bedenkzeit nötig ist – dann ist es sehr wahrscheinlich, dass wir gemeinsam die anstehenden Aufgaben schaffen, wir auf einer gemeinsamen Wellenlänge sind. Ist dieses Grundverständnis hergestellt, dann klappt es bei der Umsetzung besser.

Hier einige Körpersignale/ – gesten, die zu kennen hilfreich sein könnte:

Augenkontakt, offene Haltung, Freundlichkeit, respektvoller Abstand (Wahrung der persönlichen Zone) sind positive Zeichen.

Überkreuzte Beine, verschränkte Arme, mangelnder Blickkontakt sind Zeichen der Unsicherheit oder Ablehnung.

Zeichen der Macht sind raumgreifende Gesten (breitbeiniges Stehen, Arme in die Hüften gestemmt), unser Gegenüber will damit seine Überlegenheit kundtun.

Gesenkter Kopf, ineinander oder in Stuhlbeinen verhakelte Beine  oder Hände, die sich krampfhaft an etwas oder gegenseitig festhalten vermitteln Unsicherheit und Angst.

All diese Körpersignale registrieren wir und reagieren unbewusst darauf – durch “Spiegeln” des anderen, Ablehnung oder “Angriff” – je nachdem, welche Erfahrungen wir mit ähnlichen Verhaltensweisen haben.

Aufgebrachtsein, Entmutigung, Mitgefühl, Begeisterung, ….  sind dann die Reaktionen von uns. Sie können angemessen oder übertrieben sein.

Je aufmerksamer wir die Körpersignale des anderen wahrnehmen, desto besser können wir  uns darauf einstellen, ohne den anderen unbewusst zu “spiegeln”.

Wir können durch mehr Aufmerksamkeit, die wir den anderen schenken und durch mehr Achtsamkeit, die wur uns selbst schenken, die miteinander verbessern, uns also besser verstehen lernen.

Es lohnt sich. Probiert es doch einfach einmal aus.

Liebe Grüße

Evi

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