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Kinder

Heute hatte ich einen Tag frei. Von meiner Couch habe ich einen tollen Blick auf den Garten einer Kita.
Die kleinen Racker zu beobachten macht mir immer viel Freude. Ihre Unbekümmertheit, ihr Selbstbewusstsein strahlen so viel Energie aus, dass es ansteckend ist.
Zuerst waren zwei aus der kleinsten Gruppe draußen. Ich schätze sie waren 2-3 Jahre alt. Die Erzieherin war nicht dabei, sie schaute sicher durch die Scheibe auf die zwei, während sie drinnen die Vorbereitung für das Mittagessen traf.
Zuerst schnappten sich beide je ein Bobycar und veranstalteten ein Wettrennen auf dem Plattenweg. Dann fuhren sie zum Klettergerüst.

Dort probierten sie alles Mögliche aus, krochen durch eine Röhre, rutschten, krabbelten, kletterten um die Wette, wobei der eine Junge aktiver war, sich vielerlei ausdachte, während der andere alles nachmachte – bis es zum Sturz kam. Der kleine Junge weinte, wohl eher um Mitleid heischend, als dass es ihm wirklich schlecht ging. Der aktive Junge schien ihn mit Worten zu trösten, zu beruhigen, aber es half nichts.
Dann versuchte er es mit Ablenkung durch einen heruntergefallenen Birkenzweig, den er wie eine Angel benutzte, solange bis der kleine Junge die “Angel” weg warf.

Der aktive Junge startete weitere Ablenkungsmanöver auf dem Klettergerüst und sprach ihm gut zu. Nichts half. Dann verlies er das Gerüst und ging zum Sandkasten. Schwupp, kam der kleine Junge hinterher und das gemeinsame Spielen ging dort weiter.

Anschließend rannten sie um die Wette.
Es war interessant zu beobachten, wie die zwei kleinen Kerle miteinander agierten, einander nachahmten, aufeinander eingingen.

Inzwischen kamen noch mehr Kinder der kleinen Gruppen mit den Erzieherinnen in den Garten und ich schaute dem Treiben fasziniert zu.
Am besten klappt es, wenn die Kinder untereinander alles allein regeln - ohne aktives Eingreifen Erwachsener – weil das ihre Lösung ist.
Das konnte ich bein meinen Beobachtungen feststellen.
Als Erwachsener sollte man sich nur einmischen, wenn Gefahr im Verzug ist.
Ein Kind, was Hilfe von Erwachsenen wünscht, geht von sich aus zur Erzieherin.
Kinder wollen in der Auseinandersetzung den Umgang miteinander üben - die einen aktiv, die anderen passiv.
Sie können sich auch sehr gut allein beschäftigen, vor allem im Sandkasten.
Dort üben sie ihre Fertigkeit mit Schippe und Förmchen.
Wir Erwachsenen können uns viel Stress ersparen, wenn wir es zulassen, dass Kinder untereinander lernen.
Kinder lernen am besten, wenn sie sich selbst dafür interessieren und nicht wie Hündchen dressiert werden.
Abstand tut uns allen gut und fördert die Eigenständigkeit, darauf sollten wir viel mehr achten.

Viele Grüße

Evi

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