Themen

Jung und Alt

Überall geistert das Wort DEMOGRAFIE in den Medien, vom Lebensbaum, der keine “Tanne” mehr darstellt, sondern eine “Pappel”, von der Überalterung und vom Langlebigkeitsrisiko bei der Rentenberechnung, von fehlenden Fachkräften die “nachwachsen” und dem “War of talent” – ich könnte Schlagzeile an Schlagzeile fügen – letztendlich kommt eines dabei heraus:

Die Menschen leben länger und es werden weniger Kinder geboren.

Darauf müssen sich sowohl die Jungen als auch die Alten einstellen und sich den Gegebenheiten anpassen – oder besser gesagt miteinander das Beste daraus machen.

Die Nachkriegs-Generation, die mit Mangel und dem Wunsch nach Frieden aufgewachsen ist, das Wirtschaftswunder miterlebt hat, das Land mit eigenen Händen aufgebaut hat – geht in Rente. Damit geht auch ein gutes Stück an alten Grundwerten, wie Ehre und Gewissen, Bescheidenheit, Genügsamkeit und Sparsamkeit in Rente.

Ihre Kinder wurden noch mit Autorität und Respekt vor den Erwachsenen erzogen – Betragen und Ordnung wurden auf dem Zeugnis mit Noten bewertet. Es war eine Zeit ohne Computerspiele und Internet, mit einer überschaubaren Anzahl an Programmen im Fernsehen. Freitags wurde gebadet und Sonntags gab’s den Sonntagsbraten, der Schulweg  wurde per Pedes absolviert.

Heute werden die Kinder per Auto zur Schule gefahren, sind Computer-Freaks und Mangel ist für sie ein Fremdwort, die Erfüllung von Wünschen – ob sinnvoll oder nicht – steht im Vordergrund. Karriere, Erfolg und Wohlstand sind die Ziele der Jungen.

Die Zeiten haben sich geändert und das ist auch gut so.

Ein gutes Miteinander: die Alten bringen ihre Erfahrung und Stärken ein und die Jungen leben ihre Talente – das ist die ideale Ergänzung.

Und doch bereitet es sowohl den Alten , als auch den Jungen Probleme dieses Miteinander zum beiderseitigen Nutzen zu leben.

Wir Alten sollten lernen die Verantwortung abzugeben, ohne uns dadurch nutzlos zu fühlen. Und die Jungen sollten die Lebenserfahrung der Alten nicht einfach so abtun.

Auch wäre es ein tolles Miteinander, wenn die Jungen die Alten auch körperlich entlasten, sich kraftvoll einbringen und den Spaß an Bewegung nicht vergessen.

Wir Alten sollten unsere Erfahrung den Jungen nicht um die Ohren hauen und immer alles besser wissen wollen, sondern sie anbieten wie einen Mantel, in den sie schlüpfen können, wenn sie einen brauchen. Alte müssen nicht ein lebenlang wie 20 jährige agieren und kraftstrotzend ihren Platz verteidigen. Auch wenn uns die Werbung dazu immer wieder verführen will.

Altern hat auch etwas mit Weisheit und Güte zu tun, mit Würde alt werden.

Das Vorrecht der Jungen ist nun einmal ungestüm und unüberlegt die ersten Erfahrungen durch schmerzhafte Fehler zu machen. Aber machen müssen sie sie allein – und dazu sollten sie auch die Gelegenheit bekommen.

Wir sollten sie ermutigen und nicht bevormunden. Verständnis und Achtung füreinander - einander Erfahrung und Talente respektieren- ich glaube, das ist ein guter Weg für Jung und Alt.

Alles Liebe

Evi

 

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.

Archiv