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Gefühle – Teil I

 

 

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Gefühle sind nicht erklärbar, nicht fassbar, nicht messbar. Wir können sie weder verkaufen – noch käuflich erwerben. Vielleicht sind sie deshalb für die Wirtschaft nicht so interessant, weil sie nicht berechenbar sind.

Deshalb werden uns Produkte verkauft, die uns Gefühle vermitteln sollen.

Die Sicherheitstechnik lebt davon, dass wir uns sicher fühlen können.

Die Lebensmittel- und Pharmaindurstrie verkauft uns Produkte, damit wir uns gesunder fühlen.

Wellness-Produkte machen uns glauben, dass wir uns durch deren Anwendung gut und entspannt fühlen.

Wir kennen alle die heilende Kraft unserer Gedanken, wenn wir uns gut fühlen.

Wir gönnen uns Dinge, die uns gut tun, weil sie uns in gute Stimmung versetzen: ein Glas Wein, Schokolade, eine Zigarette, schöne Musik, Spazierengehen, Sport, eine Tasse Kaffee, …. Da hat jeder von uns seine ganz eigene Liste.

Nun besteht das Leben nicht nur aus diesen Momenten und es hilft auch nicht auf Dauer negative Gefühle zu verdrängen, zu unterdrücken. Ob wir wollen oder nicht, diese Gefühle werden immer wieder auftauchen, denn sie wollen gefühlt, angenommen und verstanden werden, bevor wir sie loslassen, in Liebe ziehen lassen können.

Gefühle heißen so, weil wir sie fühlen sollen, ebenso wie Fahrzeuge zum Fahren da sind.

Wenn wir Gefühle unterdrücken, so sind sie dennoch in uns und werden solange bei uns sein, bis wir  sie wirklich und ganz gefühlt haben.

Fühlen bedeutet nicht Leiden, sich den Gefühlen machtlos hingeben, sondern sie bewusst wahrnehmen.

Dazu müssen wir sie zuerst einmal benennen:Angst, Scham, Wut , Ohnmacht, Neid – sind die negativen Grundgefühle, die jeder in verschiedener Ausprägung in sich trägt, je nachdem, wie seine Erziehung war.

Martin Weiss hat in einem Vortrag über Selbstcoaching eine Methode zur Auflösung negativer Gefühle vorgestellt.

Dies geschietht durch das wiederholte Beantworten von 4 Fragen. Die Übung kann jeder dehr schnell und unkompliziert selbst durchführen, 5-10 Minuten sind völlig ausreichend.

Vor der Übung zuerst auf einer Skala von 1-10 das Gefühl, was ich im Moment fühle einschätzen. Dabei ist 10 das Maximum.

Anschließend die folgenden 4 Fragen beantworten:

1. Kann ich das Gefühl wahrnehmen?

2. Kann ich das Gefühl zulassen ?

3. Kann ich das Gefühl theoretisch loslassen?

4. Wann könnte ich es loslassen?

Bei der Beantwortung der Fragen kommt es darauf an, sie ehrlich zu beantworten, was ich wirklich fühle – nicht der Wunsch, was ich fühlen möchte. So kann ich das Gefühl wahrnehmen, aber noch nicht zulassen (weil ich noch nicht bereit bin dazu). Vielleicht könnte ich es in einem halben Jahr loslassen. So in etwa kann die erste Beantwortung der Fragen aussehen – versucht es einfach selber.

Dann immer wieder die Fragen beantworten – Ihr werdet staunen, was das in Euch auslöst.

Gefühle können wir erst loslassen, wenn wir sie vorher zulassen. Wir dürfen Gefühle nicht unterdrücken, denn das verstärkt diese Gefühle nur und macht uns zusätzlich aggressiv (gut gemeinte Ratschläge anderer nerven uns dann). Akzeptieren wir das Gefühl, nehmen es an, dann beruhigen wir uns (wir können über diesen Ratschlag nachdenken) und können uns theoretisch vorstellen dieses Gefühl loszulassen. Ist dieses Gefühl noch so mächtig in uns, können wir es zwar theoretisch loslassen, aber können uns nicht vorstellen es gleich zu tun, wir brauchen Zeit.

Nach Beantwortung aller 4 Fragen nun das Gefühl wieder einschätzen auf einer Skala von 1-10.

Ihr werdet feststellen, dass Euer Gefühl nun abgenommen hat, also auf der Skala gesunken ist.

Was ist passiert?

Wenn wir uns diese Fragen stellen, dann muss ich unser Gehirn auf diese Frage einstellen, d. h. die 4 Fragen führen unser Gehirn durch einen Prozess durch (Zulassen – Akzeptieren – Loslassen). durch das wiederholte Stellen und Beantworten dieser 4 Fragen werden wir gedanklich angeleitet das Gefühl wirklich zuzulassen, es so zu akzeptieren und tatsächlich loszulassen.

Wir können diese 4 Fragen so oft wiederholen und beantworten bis wir zu einem Skalenwert von 1-2 gekommen sind.

60% aller negativen Gefühle können durch wenige Wiederholungen aufgelöst werden. Wir können sie loslassen.

Warum funktioniert es ?

Was wir häufiger tun, wird om eine Gewohnheit umgewandelt, wir fühlen uns damit sicher (z.B. Autofahren). Achtung, das gilt auch für negative Tätigkeiten, dei dann zu schlechten Gewohnheiten werden (z. B. Rauchen). Hier müssen die Gefühle und Gedanken dahinter angesehen und aufgelöst werden.

Wenn wir unsere Gefühle wahrnehmen, zulassen und loslassen können, dann können wir uns  im zweiten Schritt Gedanken darüber machen.

Teil II zum Thema Gefühle dann nächste Woche.

Viele Grüße

Evi

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