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Erleb(nis)-BAR: Öl pressen

14-15 Erlebnis-BAR Ölpressen

Am Weltfrauentag war ich auf einer Netzwerkmesse von Frauen aus der

Region Oberhavel. Dort haben sich viele Unternehmerinnen mit ihren Firmen vorgestellt, ihre Produkte präsentiert und ich kam mit vielen ins Gespräch.

Da war z. B. auch Jean Lubenow, die seit Sommer 2011 eine Ölmühle betreibt. Die 35 – Jährige  war nach einem schweren Verkehrsunfall 2008 an den Rollstuhl gefesselt und auf die Hilfe anderer angewiesen.

Zu diesem Zeitpunkt war sie schwanger und lernte nach der Geburt einer gesunden Tochter gemeinsam mit ihr wieder das Laufen. Ihren Beruf als Vermessungstechnikerin, der viel Mobilität voraussetzt, konnte sie nicht mehr ausüben.  In dieser Zeit war ihre Mutter (Heilpraktikerin) ihr eine große Stütze und gab ihr Mut, ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen. Ein Artikel über die Bodensee-Ölmühlen-Werkstatt gab ihr den Anstoß selbst Ölmüllerin zu werden.

Voller Elan und Enthusiasmus erklärte sie alles zu den verschiedenen Ölen, die dazugehörigen Saaten und presste “live” aus Leinsamen frisches Öl. Davon habe ich 100 ml gekauft und am Wochenende Pellkartoffeln und Kräuterquark mit frischem Leinöl gegessen – es war ein Genuss – dieses frische Öl ist einfach der Hammer.

Jean Lubenow presst auch Öl aus Nüssen aus dem heimischen Garten. Ich habe mit ihr einen Termin zum Pressen gemacht, habe fleißig mit meinen Eltern Walnüsse geknackt und bin dann mit meiner Mutter und 1 kg Walnusskerne zur “Ölmühle im Bogenluch” zu Jean Lubenow gefahren. Dort haben wir beide zugeschaut, wie “unser” Öl gepresst wurde und haben ganz viel über das Ölpressen erfahren, dass jede Ölsaat ihre ganz eigenen Bedingungen zum Pressen benötigt. Jean entlockt jeder Nusssorte und jeder Ölsaat ihr Geheimnis, bei welcher Temperatur, das Öl am besten fließt, welche Kühlung benötigt wird – sie “spricht” mit dem Öl, sieht und hört, was es braucht. Dabei achtet sie strikt darauf, dass die Temperatur nie über 37 Grad geht,damit die Rohköstlichkeit der Öle gewährleistet ist.

“Unser” Walnussöl wurde bei 34 Grad gepresst – die Nüsse hätten noch etwas Zeit zum Trocknen gebraucht und hatten dadurch nur einen Ölgehalt von 54%. Die Walnüsse der Damen, die vor uns zu Öl verarbeitet wurden hatten 65%. Sie hatten schon Erfahrung, denn sie waren bereits das zweite Mal da.

Wir haben 3 kg Walnüsse geknackt, daraus 1 kg Walnusskerne erhalten und 540 g Öl – abgepresst in Gläsern (damit sich die feinen Schwebstoffe noch setzen können) mit nach Hause genommen. Auch den Presskuchen – der wie kleine Chips aussieht – haben wir mitbekommen. Diese Chips kann man knabbern, ins Müsli mischen oder kleinmixen und zum Backen verwenden – ich werde mal sehen, was ich damit anstelle.

Das frische Walnussöl hält sich im Kühlschrank bis 4 Monate, aber ich denke, diese Zeit wird es nicht überstehen, denn es schmeckt wirklich lecker – ich habe es gleich auf eine Brotscheibe geträufelt und mit Blauschimmelkäse zusammen gegessen – einfach köstlich!

Am Wochenende, wenn ich Besuch bekomme, werde ich es in einem frischen Obstsalat servieren.

Es ist wirklich ein tolles Gefühl mitzuerleben, wie ein wirklich gesundes Öl aus dem eigenen Garten entsteht.

Jean Lubenows Leitspruch “Öl ist Energie und Energie ist Leben” kann ich nur zustimmen. Ich werde ganz sicher noch öfter zu ihr gehen und ganz frisches rohköstliches Öl kaufen – und noch ganz viele Walnüsse knacken für “unser” Öl. Und auch als ganz tolles Geschenk kann man es mitnehmen – die entsprechenden Flaschen unterschiedlicher Größe kann man auch bei ihr kaufen.

Ich wünsche Jean Lubenow noch ganz viel Erfolg mit ihrer “Ölmühle im Bogenluch” und ganz viele zufriedene Kunden, die das frische rohköstliche Öl und diese Energie schätzen lernen.

Liebe Grüße

Evi

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