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Erinnerung an die Kindheit

Freude am Leben zu haben ist für mich immer mehr zum Inhalt meines Lebens geworden. Als Kind habe ich mir lange diese Unbeschwertheit erhalten.

Sicher haben meine Eltern einen großen Anteil daran.  Sie haben mir klare Grenzen gesetzt, die mir aber viel Raum und Zeit für die Entfaltung meiner eigenen Bedürfnisse ließen. Ich glaube, es war für uns Kinder damals ein Segen, dass die Anschaffung eines Fernsehgerätes eine kostspielige Angelegenheit war und es nur ein Fernsehprogramm gab.  Von PCs und Handys haben wir noch nicht mal geträumt, denn die kamen erst in den 70iger Jahren auf den Markt.

Geld, Statussymbole, Fernsehen spielten keine Rolle – wir hatten uns. Wir teilten, was wir bekamen. Ein zusammengebautes Fahrrad reichte für uns. Wir wechselten einander ab oder fuhren auf dem Gepäckträger mit.

Wir bauten uns selbst Pfeil und Bogen, Drachen und Papierflieger und eiferten um die Wette, welcher am weitesten flog. Im Sommer bauten wir uns aus Decken, Wäscheleine und Klammern Zelte. Die Enden beschwerten wir mit Steinen.

Aus ganz normalen Sachen des Alltags, haben wir unsere Welt selbst geschaffen.

Wir hatten unsere Kreativität, Ideen und Fantasien, wir haben einander geholfen. Wir waren auf unsere selbst gebastelten Werke stolz, haben sie liebevoll gestaltet und in Besitz genommen bis sie ausgedient hatten.

Wir haben uns nach der Schule getroffen, Fangen und Verstecken gespielt, oder all die anderen Kinderspiele. Ich erinnere mich gern an diese Zeit. Ich konnte meiner Kreativität und Fantasie freien Lauf lassen.

Als Jugendliche saßen wir abends auf dem Spielplatz, haben gequatscht und gealbert. Die Jungs spielten Gitarre und die anderen sangen dazu.

Ja – wir hatten sie noch, diese Lagerfeuer-Romantik, voller Unbeschwertheit, Zufriedenheit und Glück.

Mit der Ausbildungs- und Studienzeit wurden wir erwachsen, trafen uns seltener, war unsere Kinderzeit vorbei und damit auch ein Teil unserer natürlichen Lebensfreude.

Als Kind schien mir diese Lebensfreude ganz selbstverständlich, wie eine ewig fließende Quelle.

Heute weiß ich , dass diese Quelle nur fließen kann, wenn sie freien Lauf hat, durch nichts behindert wird.

Diese Quelle der Lebensfreude ist immer noch in uns. Sie mag durch schlechte Erlebnisse, persönliche Verletzung und traurige Ereignisse verschüttet sein, aber wenn wir sie frei legen, dann kann sie auch wieder frei fließen. D. h. wir müssen Vergangenes, was uns und unsere Lebensfreude belastet anpacken und zur Seite legen. Dabei brauchen wir auch die Hilfe und das Verständnis derjenigen, mit denen wir uns verbunden sind.

Es ist nicht leicht, aber es lohnt sich für ein Leben mit Frohsinn und Freude diese Aufgabe zu schaffen.

Schauen wir uns unseren Haufen an, der sich im Laufe unseres Lebens angesammelt hat und tragen ihn ab – Stück für Stück.

Ja, es macht Arbeit und es wird auch weh tun, aber am Ende werden wir stolz auf uns sein und uns freuen, wenn sie wieder fließt – unsere Quelle der Lebensfreude.

Packen wir’s an!

Herzliche Grüße

Evi

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