Themen

Entlasten durch Schreiben

Wir wissen jetzt, dass wir die Möglichkeit haben Lebensfreude von außen und von innen zu bekommen. Das macht zuversichtlich und motiviert, unseren Berg der Belastungen näher anzuschauen.

Lasst uns ein Stück zurücktreten und unseren Berg mit einer gewissen Distanz betrachten.  Distanz hilft uns die Dinge klarer zu sehen, weniger emotional zu bewerten.

Da liegt er nun vor uns – unser Berg mit all der Last, die wir im Laufe unseres ganzen  Lebens angesammelt haben.

Wo fangen wir an ihn Stück für Stück abzutragen ?

Erinnert Euch an Eure Kindheit, Eure Jugend – welche Ereignisse haben Euch geprägt, erwachsen werden lassen ?

Ward Ihr der Liebling von Papa und Mama und habt unter der Last ihrer Erwartungen gelitten ?

Oder ward Ihr das rebellische Kind, was sich unverstanden und abgelehnt gefühlt hat ?

Erinnert Ihr Euch an Eure erste große Liebe, die unerwidert blieb oder schmerzlich endete ?

Enttäuschung, Verlust - all das hat unsere Lebensfreude-Quelle getrübt. Manche mögen jetzt denken:  ‘Ach das ist ja längst vorbei und eh nicht zu ändern. Ich bin froh, wenn ich nicht darüber nachdenken muss.’  – also weg damit – schön unter den Teppich kehren, zu all den anderen Altlasten. Dann wundern wir uns, dass wir eines Tages nicht mehr aufrecht stehen können in unserem Lebensraum – weil unser Teppich inzwischen bis knapp unter die Zimmerdecke reicht – soviel haben wir darunter gekehrt.

Es wird Zeit, das Seelengerümpel zu entsorgen und Freiraum für uns und für mehr Lebensfreude zu schaffen.

Am besten, Ihr schreibt alles in ein Tagebuch, so wie es Euch in den Sinn kommt. Schreibt alles auf, was Euch verletzt und bedrückt hat. Beim Schreiben kommen oft noch viele Dinge hoch, die Ihr jetzt mit etwas Abstand an Jahren, anders sehen und sortieren könnt. Manches löst sich dadurch auf. Bei anderen Erlebnissen schreibt dazu, was Ihr Euch damals gewünscht hättet und schreibt das Ende Eurer Geschichte so, wie es hätte gut ausgehen können.  Unser Gehirn kann nicht unterscheiden, ob es wahre Erinnerungen oder gewünschte sind. Wir können es austricksen, indem wir UNSERE Geschichte schreiben, so, dass wir heute gut damit leben können.

Anfangs ist das Tagebuch-Schreiben etwas holprig und stockend, weil wir uns vielleicht schämen und immer noch verletzt fühlen. Aber mit der Zeit “fließen” die Gedanken, formen Worte und Sätze, die wir dann ‘schwarz auf weiß’ sehen können. Schreiben erleichtert. Indem wir es au Papier schreiben, geben wir ein Teil von uns ab – auf das Papier. Es ist wie ein gutes Gespräch mit einer Freundin oder einem Freund.

Bedenkt: Jede Medaille hat zwei Seiten – bisher habt Ihr wahrscheinlich nur die schlechte Seite betrachtet. Versucht auch einmal die gute Seite an all dem zu sehen, was Euch passiert ist. Das hilft beim Abtragen Eures Berges und damit eine neue Sicht auf die Dinge zu bekommen, die noch darunter liegen.

Mir hat das Schreiben sehr geholfen. Ich schreiben heute immer noch gern, es ist wie Umgraben. Ab und an stoße ich auf Scherben, aber auch auf kleine und größere Schätze. Wer sich Anregungen zum Tagebuch-Schreiben holen möchte – im Internet gibt es zahlreiche Tipps dazu: einfach “Tagebuch-Schreiben  Tipps” eingeben und Ihr werded fündig.

Bei mir hat sich ein A 5 – Ringbuch bewährt und Filzschreiber, denn die schreiben in jeder Lage und liegen bei mir immer griffbereit.

Alles Liebe !

Evi

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.

Archiv