Themen

Das Gesetz der Serie

Ich weiß nicht, ob es dieses Gesetz wirklich gibt, aber ich erinnere mich daran, dass es mir immer dann passiert ist, wenn große Veränderungen in meinem Leben fällig waren.

Gefangen in meinem Alltagstrott habe ich die kleinen Zeichen, die Winke des Schicksals nicht richtig gedeutet.  Anstelle etwas Grundlegendes zu ändern, habe ich Bestehendes, Altes nur verbessert, rationeller und effektiver gestaltet.

Bis das “Gesetz der Serie” zuschlug und die Ereignisse tiefgreifender waren und mich zu grundlegenden Veränderungen zwang.

Wohnwechsel, Arbeitslosigkeit, Trennung ….. all das sind tiefe Einschnitte in unser gewohntes Leben, das trifft unser tiefstes Inneres.

“Ein Unglück kommt selten allein” – und dann schlägt das “Gesetz der Serie” zu und erschüttert die Grundmauern unseres Lebens, bringt sie mitunter zum Einsturz und wir stehen vor einem Scherbenhaufen unseres Lebens und fühlen uns am Boden zerstört, am Ende.

Es ist der Punkt, an dem es nicht schlimmer werden kann. Und genau dieser Punkt versetzt uns in eine Haltung, die uns etwas wagen lässt – weil: Schlimmer geht’s nimmer.

Dieser Zustand der Ausweglosigkeit zwingt uns dazu die alten Mauern zu verlassen, aus unser bisheriges Leben heraus zu treten und nach neuen Möglichkeiten Ausschau zu halten.

Endlich sind wir gezwungen die Welt um uns herum anders wahr zu nehmen; wir hetzen nicht mehr durch unseren Alltagstrott, der über Jahre der Gleiche geblieben ist, das ist uns genommen worden, weil DAS nicht unser wirkliches Leben ausmacht.

Nach solchen Schicksalsschlägen haben wir die Chance endlich unser wahres ICH, unsere wirkliche Bestimmung zu ent-decken, uns auf unsere Gaben und Talente zu besinnen und diese in unser Leben zu holen.

Wir müssen nicht Auswandern, um diese grundlegende Veränderung in unserem Leben zu vollziehen.

Wir brauchen nur unseren Blickwinkel zu vergrößern, unseren Horizont erweitern und wahrnehmen, was das Leben an Alternativen für uns bereit hält.

Abstand von alten Gleisen nehmen und einfach mal in eine ganz andere Richtung schauen, Querdenken, verrückte Ideen zulassen und scheinbar Unmögliches zulassen.

Das braucht Zeit und so ist es nicht verwunderlich, dass uns die Ereignisse diese Zeit geben.

Ein Job-Verlust, Trennung, Krankheit – all das gibt uns auch die Zeit und die Möglichkeit uns endlich mal mit uns selbst zu beschäftigen, mit dem, was wir wirklich wollen.

Das Wichtigste in scheinbar ausweglosen Situationen ist ein Mensch, der uns Halt gibt, Mut macht, mitfühlend und aufbauend ist und uns dadurch hilft, indem er mit uns spricht, gemeinsam nach Auswegen und Lösungen sucht – Einer, der die Nerven behält und uns beisteht, wenn wir durch das “Tal der Tränen” gehen.

Das kann die beste Freundin sein, aber auch verständnisvolle Kollegen oder professionelle Hilfe durch einen Berater.

Ich erlebe es immer wieder, wie verzweifelt Menschen sind, wenn ihnen das Schicksal übel mitspielt. Sie wollen sich einfach mal die Sorgen von der Seele reden, sich verstanden fühlen. Ich versuche ihnen dann Mut zu machen, beizustehen und Zuversicht zu geben. Ich frage dann von Zeit zu Zeit immer wieder mal nach, wie es ihnen geht, was sie machen, lobe sie für das Erreichte, ermutige sie bei Rückschlägen und  bestätige sie in ihrem Tun. Ich zeige ihnen auf, was sie schon erreicht haben und gebe ihnen die feste Zuversicht, dass sie in einem Jahr die Situation gemeistert haben.

Und das ist wirklich so, Schuldner haben eine Lösung, wie sie ihren Schuldenberg abtragen können; Andere haben einen neuen Job gefunden und erzählen, dass sie das hätten schon viel früher machen sollen.

Wieder Andere werden nach der Trennung oder Verlust des Partners selbstbewusster und selbstsicherer, entwickeln Kräfte und Fähigkeiten, die sie sich selbst nie zugetraut hätten.

Wir müssen es nicht zum Äußersten kommen lassen und das “Gesetz der Serie” voll ausschöpfen, es reicht, wenn wir bei den kleinen Einschlägen in unserem Leben aufmerksamer werden und sie als Signale wahrnehmen , um etwas in unserem Leben zu ändern.

Ich wünsche uns allen eine gute Zeit.

Liebevolle Grüße

Evi

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.

Archiv