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mentale Gesundheit

Achtsamkeit

Achtsamkeit und Aufmerksamkeit sind wie ein Zwillingspaar, sie hängen irgendwie zusammen.
Achtsam sein bedeutet all das zu achten, was uns umgibt, es nicht als selbstverständlich hinzunehmen.
Vor allem das Alltägliche, was uns umgibt nehmen wir fast unbeachtet hin, es ist schon ein Teil von uns geworden und wir machen uns keine Gedanken darüber. Es fällt uns erst auf, wenn es nicht mehr da ist.
Wasser, Strom, eine beheizte Wohnung, Kleidung, Schuhe, Essen – oft gehen wir verschwenderisch damit um, weil es selbstverständlich ist.

Ich möchte nicht missionieren und zu Sparsamkeit aufrufen, aber diese Fülle dankbar würdigen und achtsam damit umgehen wäre schon eine gute Sache. Auch unseren Mitmenschen gebürt Achtsamkeit und Respekt. Wir sollten uns Mühe geben darauf zu achten, welche Worte wir wählen, wie wir uns verhalten denn unser Verhalten fällt immer wieder auf uns zurück.

Wenn wir auf uns achten, dann wird es auch ein Leichtes sein mit allem was uns umgibt, was uns begegnet achtsam umzugehen – ob Mensch, Tier, Pflanzen oder all die Dinge die uns in unserem Leben begegnen.
Achtsamkeit ist etwas Edles und verleiht uns eine gewisse Würde, denn wir wissen um den Wert dessen was unser Leben begleitet.
Unsere Achtsamkeit verleiht uns Würde, die unserer inneren Stärke und Selbstsicherheit gut tut. Sie hilft uns Grenzen zu setzen und einzuhalten und ist somit auch ein zuverlässiger Schatz.
Achtsamkeit und Aufmerksamkeit können Angst auflösen, weil wir lernen die Dinge dahinter besser wahrzunehmen und zu verstehen. Alles was wir verstehen macht uns keine Angst mehr. Nur wenn wir die Augen verschließen und unachtsam sind, können wir nichts erkennen und fürchten uns vor dem Unbekannten.
Lasst uns aufmerksam und achtsam sein, um so besser lernen wir die Welt um uns herum zu verstehen und uns das zunutze zu machen, was uns gut tut.
Wir haben es alle verdient, dass es uns gut geht.
Warum sollten wir uns gute Gelegenheiten durch Unachtsamkeit entgehen lassen?
Also immer schön aufmerksam und achtsam sein.

Liebe Grüße
Evi

Der erste Sonnentag

Gestern war nach gefühlter Ewigkeit der erste Sonnentag.

Anfangs sah es noch gar nicht so aus, als ob es die Sonne wirklich schaffen würde. Durch die vielen Wolken schimmerte ein Stück blauer Himmel.
Als dann gegen Mittag die Sonne kam, sich die Wolken immer mehr lichteten, gab es für mich kein Halten mehr in der Wohnung. Ich zog meine dicke Jacke und die Handschuhe an und blinzelte in die Sonne und war einfach nur glücklich darüber.

Ich suchte mir den Weg so aus, dass ich recht viel vom Sonnenschein abbekam. Das war gar nicht so einfach, denn durch den kurzen flachen Lauf der Sonne warfen die Häuser einen langen Schatten.


Auf meinem Spazierweg kamen mir viele Menschen entgegen und alle waren gut gelaunt und ich fühlte förmlich, wie allen das Herz aufging. Die Hunde tollten umher und ihre Besitzer forderten sie vergeblich “bei Fuß” zu bleiben.
Auf der Pferdekoppel sonnten sich die ersten Pferde und ein anderes galoppierte voller Lebenslust und genoss die Weite auf der Wiese und die frische Luft.


Alle waren guter Stimmung, wir grüßten einander und ab und an kam es zu einem kurzen Smalltalk über das schöne Wetter.
Ich war schon eine gute Stunde unterwegs und konnte mich einfach nicht nach Hause zu gehen. Die Sonne war zu schön und verführerisch.
Sie neigte sich immer mehr dem Horizont zu und ihr Licht verlieh der Natur einen ganz besonderen Zauber. Die kleinen Eiskristalle spiegelten das einfallende Sonnenlicht wider und funkelten wie kleine Brillianten.
Die Schatten wurden immer länger und gaben der Landschaft zusätzliche Tiefe, einen vergänglichen Zauber.
Als die Sonne hinter einer Wolke verschwand, leuchtete der Wolkenrand, als hätte die Sonne dort einen Leuchtbogen angefacht. Fast schien es so, als ob sie sich ihr Wolkenbett zurecht machte.
Vier Stunden war ich unterwegs und beobachtete danach mit dem Blick aus meinem Fenster , wie sich die Sonne in Abendrot bettete und dann hinter dem Horizont verschwand.
Es war ein wunderschöner Tag – dieser erste Sonnentag in diesem Jahr.
Ich hoffe, es werden ihm noch viele folgen.

Liebe Grüße
Evi

Aufmerksamkeit und Gefühle

Der schwierigste Sinn ist unser 7. Sinn, unsere Intuition, das Gefühl was wir in uns spüren, wenn wir Angst, Wut, Freude, Unsicherheit, …. fühlen.

Auf Gefühle reagieren wir mit sehr unterschiedlicher Aufmerksamkeit – mal übertrieben, oft ignorieren wir sie.  Das hängt davon ab, wie wir oder andere unsere Gefühle bewerten. Gefühle unterliegen einem gesellschaftlichen Bewertungsmuster: Angst macht klein und schwach, Wut ist Kontrollverlust, Unsicherheit ist Schwäche, Freude ist Lebenslust, ….. Je nachdem, in welchen gesellschaftlichen Kreisen wir uns bewegen, werden Gefühle entsprechend  gezeigt oder unterdrückt. Wir werden danach bewertet und in “Schubladen” gesteckt: zickig, stur, weich, hart, ….

Wir kommen  kaum dazu uns mit unseren Gefühlen richtig zu beschäftigen, wenn wir versuchen sie zu unterdrücken. Es ist die Königsdisziplin unserer Aufmerksamkeit, wenn wir es lernen unsere Gefühle so wahrzunehmen, wie sie sind – nicht wie wir sie gerne sehen wollen oder nicht sehen wollen.

Gefühle wahr-nehmen, nicht werten, nicht bewerten, einfach nur so fühlen, wir wir sie fühlen. Dazu müssen wir unsere Aufmerksamkeit bitten, z. B. unsere Angst erst einmal nur wahrzunehmen, also nur zu fühlen, dass da Angst da ist und akzeptieren, dass es die Angst ist, die das Gefühl in uns hervorruft.

Dieser Gedanke wird uns schon ein bisschen ruhiger machen, wenn wir ehrlich zu uns sind und die Angst so akzeptieren und nicht ignorieren. oder unterdrücken.

Nun “schauen” wir uns die Angst, das Gefühl der Angst, genauer an. Wir lenken unsere Aufmerksamkeit auf das Gefühl, das die Angst in uns erzeugt hat.

Wo spüre ich dieses Gefühl?

- im Bauch, in der Herzgegend, im Hals, …

Dann konzentriere ich meine Aufmerksamkeit auf diese Stelle – ja ich stelle mich diesem Gefühl der Angst. Ich versuche es zu benennen, wie es sich anfühlt – brennend, erdrückend, schwer, kurzatmig,….

Je mehr ich meine Aufmerksamkeit diesem Gefühl nähere, um so besser kann ich es wahrnehmen. Es kann intensiver werden, um sich klarer zu zeigen. Ich halte es aus und benenne, was ich fühle, ich halte den Atem an oder weine und ich spüre, wie dieses Gefühl der Angst kleiner wird, ich ruhiger werde.

Das kann ich mehrmals wiederholen, bis ich die Angst als nicht mehr bedrohlich empfinde, der Druck weg ist, ich wieder tief durchatmen kann.

So können wir unsere Aufmerksamkeit auf jedes Gefühl lenken.

Aufmerksamkeit auf unsere Gefühle lenken, das bedeutet auch diese Gefühle in diesem Moment aushalten, benennen, akzeptieren, dass sie da sind. Erst dann haben wir eine Chance, diese negativen Gefühle aufzulösen.

Nun haben wir  nicht nur negative Gefühle, sondern auch schöne Gefühle, die wir am liebsten für immer behalten wollen.

Das ist leider nicht möglich. Aber wenn wir den schönen Gefühlen unsere volle Aufmerksamkeit schenken, dann können wir sie besser genießen, sie voll auskosten, solange, bis uns das nächste Gefühl beschert wird.

Das Leben ist ständige Veränderung, auch Veränderung unserer Gefühle.Wir können unseren Gefühlen Aufmerksamkeit entgegenbringen und sie so wahrnehmen wie sie sind – mögen sie unangenehm oder wunderbar sein – jedes von ihnen macht unser Leben etwas reicher, reicher an Erfahrung, Weisheit und Mitgefühl.

All das wird uns auf unserem Weg helfen auch Niederlagen und Enttäuschungen zu verkraften und Erfolge und neue Erkenntnisse für uns zu nutzen.

Es sind alles Lektionen, die uns das Leben beschert. Erst wenn wir sie erfolgreich abgeschlossen haben, geht es weiter. Und unser Leben hält zahlreiche Lektionen bereit, schöne und weniger schöne – aber alle bringen uns weiter, machen uns zu dem, was wir sind.

Unsere Aufmerksamkeit hilft uns dabei Vieles klarer zu sehen, besser zu verstehen.

Also keine Angst vor Gefühle.

Liebe Grüße

Evi

Eins nach dem Anderen

Wir wünschen usn oft mehr Gelassenheit und Ruhe, weniger Hektik und Stress. Ich bin immer wieder fasziniert, wenn ich sehe, wie gelassen ZEN-Buddhisten ihren Tätigkeiten nachgehen. Es gibt viele Zitate und Beispiele dafür, dass im ZEN die Aufmerksamkeit auf EINE Sache gelenkt ist, bis sie beendet ist. Erst dann wird sich auf die nächste Sache konzentriert.

Wir eilen mit unserer Aufmerksamkeit den Geschehnissen voraus, hängen ihnen nach.

Während des Laufens essen wir und telefonieren gleichzeitig und achten auch noch beim Überqueren der Straße auf den Verkehr. Wir glauben dadurch Zeit zu sparen, aber wir überfordern uns mit solchem Handeln, erzeugen selbst den Stress, den wir so gern loswerden wollen.

Stress entsteht, wenn wir die Kontrolle über unser Handeln zu verlieren. Je mehr Handlungen wir gleichzeitig tun, desto besser müssen wir sie koordinieren. Denn unser Gehirn kann sich nur auf EINES konzentrieren. Durch die vielen Handlungen, die wir gleichzeitig ausführen, sind wir nicht in der Lage uns auf alle Handlungen gleichzeitig zu konzentrieren. Wir wechseln unsere Konzentration und Aufmerksamkeit sekündlich, in Bruchteilen von Sekunden.

Kein Wunder, dass wir beim Essen kleckern, beim Überqueren der Straße stolpern und vergessen was wir dabei telefonisch vereinbart haben. Unser Gehirn ist in der Lage aus Bruchteilen ein Ganzes zu erschaffen, deshalb funktioniert es anfangs ganz gut – also drei Dinge gleichzeitig zu tun.  Ruhen wir uns danach aus, dann hat unser Gehirn Zeit, das entsprechend  zu verarbeiten und abzuspeichern.

Gönnen wir uns diese Pausen nicht, dann bringt uns das auf Dauer Stress, Schlaflosigkeit, Nervosität und vor allem Unzufriedenheit.  Die Fehlerquote steigt, unser Gehirn kommt nicht nach, alles richtig einzuordnen, es blockiert, um abzuschalten, um sich die notwendige Ruhe selbst zu nehmen.

Spätestens jetzt sollten wir uns eine Pause gönnen, zur Ruhe kommen und abschalten. Wenn wir Pech haben, dann rattert unser Hamsterrad im Kopf weiter, unsere Gedanken treiben es unermüdlich weiter und wir sind mittendrin und kommen von allein nicht mehr raus aus dieser Tretmühle. Deshalb ist es ganz wichtig, dass wir es nicht erst soweit kommen lassen, uns ein Burn out und Erschöpfung körperlich zwingen auszusteigen.

Ich habe früher immer mehrere Dinge gleichzeitig erledigt - Multitasking nennt man das und rühmt sich damit.

Multitasking ist nur der schöne Ausdruck für Stressmaschine. Jeder , der selbst noch nicht erlebet hat, wie es sich im Hamsterrad anfühlt, die Erschöpfung spürt und keinen Ausweg sieht dieses Hamsterrad anzuhalten, der wird sich mit Multitasking seiner Vielseitigkeit rühmen und Anerkennung einfordern.

Wir können etwas nur ganz verstehen, wenn wir es selbst erlebt und gefühlt haben. Jeder von uns hat andere Erfahrungen gemacht, eigene Wahrheiten erlebt. Wir können unsere Erfahrungen mit-teilen, aber fühlen können wir es nur selbst, was diese Erfahrung mit uns gemacht hat, in uns verändert hat.

Es tut mir in der Seele weh, wenn ich erlebe, wie andere Menschen die gleichen Fehler machen, wie ich und viele zuvor. Ich versuche meine Erfahrungen so weiter zu geben, dass andere die Möglichkeit haben, ihre Aufmerksamkeit auf die Fehlerquellen richten zu können. Wie sie damit umgehen, das entscheiden sie selbst.

Ich habe inzwischen schätzen gelernt, dass Aufmerksamkeit auf EINE Sache mir viel besser hilft die Aufgaben zu erledigen, die anstehen. Eines nach dem Anderen - die Worte meiner Großmutter und Mutter habe ich noch im Ohr. Vielleicht wird uns diese Weisheit wirklich erst im Alter bewusst.

“Eins nach dem Anderen”  bedeutet nichts anderes, als das, was die ZEN Buddhisten machen – Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt.

Also dann – weg mit Multitasking und die Aufmerksamkeit auf eine Sache lenken, bevor wir mit der nächsten beginnen.

Liebe Grüße

Evi

Gutes wiederholen

Negative Gefühle annehmen, erkennen, die Ursache finden und auflösen – dann haben wir auch wieder Platz für all das was uns gut tut.

Viel zu oft nehmen wir das Gute als selbstverständlich an, registrieren es kaum.

Negatives beschäftigt uns viel stärker, hält uns länger in Bann. Wir empfinden es als Störung. Dadurch wirken sich negative Gefühle intensiver auf unser Leben aus. Kein Wunder, dass wir dann unzufrieden sind, mit uns hadern.

Wenn wir unser Leben mal genau betrachten, dann stellen wir fest, dass es überwiegend mit guten Dingen angefüllt ist. Es lohnt sich , einmal all die Selbstverständlichkeiten wieder einmal bewusst wahrzunehmen.

- Eine warme Wohnung, saubere Kleidung, regelmäßige Mahlzeiten, ein eigenes Bett – das ist in anderen Ländern keine Selbstverständlichkeit.

- Ärztliche Versorgung, Menschen um uns herum, die für uns da sind, wenn es darauf ankommt.

- Arbeit, regelmäßiges Einkommen, Fürsorge – sind feste Bestandteile in unserem Leben, die wir einfach hinnehmen.

- Jeden Morgen aufstehen, sich selbst versorgen können ist ein großes Glück.

Die Begegnung mit Menschen, denen wir uns nah fühlen, sollten wir viel stärker in unserem Gedächtnis verankern.

Erlebnisse, die uns beflügeln, sollten wir einen Ehrenplatz in uns zuweisen, ein Podium – auf das wir guten Einblick haben.

Positives ist der Treibstoff für unser Tun, es bringt uns voran, motiviert uns. Es ist so wichtig, die vielen schönen kleinen Augenblicke zu sammeln, sie aneinander zu reihen, wie Perlen auf einer Schnur und sich daran erfreuen.

Es gibt so viel Schönes - der Wandel der Jahreszeiten, der die Natur immer wieder in neue Gewänder hüllt, Wachsen und Vergehen als Kreislauf des Lebens. Die Natur mit so viel Vielfalt und Gelassenheit ist eine nie versiegende Quelle aus der wir Energie und Kraft schöpfen können.

Menschen, mit denen wir lachen und weinen können, die uns in den Arm nehmen, geben so viel Liebe und Mitgefühl.

Ebenso wie unsere Vierbeiner, die immer an unserer Seite sind, uns so annehmen, wir wir sind.

Das Leben ist so schön, auch wenn es hier und dort mal hakt. Wir sind es, die es mit guten oder schlechten Gedanken begleiten.

Und wir entscheiden selbst, ob wir das Glas “halbvoll” oder “halbleer” betrachten, es ist unsere persönliche Einstellung, unsere Sichtweise, die wertet und bewertet.

Wir sind selbst verantwortlich, ob wir uns negativen Einflüssen hingeben oder sie als Signal sehen etwas daran zu ändern – oder unsere Einstellung dazu zu ändern.

Wie wir es drehen und wenden – wir haben immer die Wahl uns neu zu entscheiden, wir müssen es nur tun.

Dazu wünsche ich uns allen viel Mut.

Herzliche Grüße

Evi

 

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