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Aufräumen

Mach-BAR: Magic Cleaning III

Im dritten Kapitel geht es um die praktische Umsetzung: “Einfach: Nach Kategorien getrennt aufräumen”. Das heißt sich aus jedem Zimmer, jeden Raum, jedem Schrank, jeder Schublade alle Sachen einer Kategorie heraus suchen und in EINEM Zimmer ausbreiten. Dadurch bekommt man erst einmal einen Überblick, wie viel wir doch von dieser Kategorie besitzen.

Dann geht es los – ich muss die Entscheidung mit meinem Herzen treffen: Behalten oder Wegwerfen. Was weg kann, sofort in einen blauen Müllsack, damit es aus den Augen ist und ich nicht versucht bin doch noch das ein oder andere Stück aus Verstandesgründen zu behalten.

Aus diesem ‘Haufen’ dann jedes Stück in die Hand nehmen und spüren, ob es mich glücklich macht oder nicht,  so nach dem Motto: ‘Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen.’ Es funktioniert.

Erst wenn alle aussortieren Sachen gut in Mülltüten verstaut sind geht es ans einräumen. Bei der KonMari-Methode benötigt man vor allem Schubladen. Mein Schrank besitzt davon leider nur sehr wenige. Die meisten Sachen hatte ich bisher in Schrankfächern untergebracht und die Pullover und T-Shirts dort ordentlich in zwei Reihen gestapelt. Kein Wunder, dass so manches aus der zweiten Reihe in Vergessenheit geriet.

Nun habe ich mir bei Ikea Ordnungsschubladen gekauft, die super in den Schrank passen und meine Pullover, T-Shirts, Hosen, Schals usw. dort einsortiert. Das Falten nach der KonMari-Methode geht nach einigem Üben schnell von der Hand. Anfangs hatte ich mein Lineal immer zur Hand, damit ich die Breite der zusammengelegten Sachen einhalte. Aber es klappt dann auch ganz gut ohne.

Ich hätte nicht gedacht, dass mir das Falten und Einräumen so viel Freude macht. Es war fast meditativ, die Sachen mit der Hand zu glätten, entsprechend zusammenzufalten und in das Schubfach zu stellen. Es funktioniert wirklich!

Ich hätte auch nicht gedacht, dass ich durch das richtige Falten sogar noch mehr Sachen in eine Schublade bekomme, als vorher. Vor allem bei den Socken ist mir aufgefallen, wie platzsparend es ist diese zusammenzufalten. So passen jetzt dünne und dicke Socken locker in ein Schubfach, was vorher nicht möglich war.

Mein Fazit: Für mich ist die KonMari-Methode (Magic Cleaning) ideal, es passt sehr gut zu mir und macht mir Freude. Ich konnte sehr gut aussortieren und loslassen. Der ‘härteste’ Job ist wirklich das Aussortieren, aber wenn man erst mal das Gefühl für ‘Loslassen’ und ‘Behalten’ da ist, dann geht es ganz flott. Wenn ich unsicher war, dann habe ich auch das ein oder andere Stück noch mal angezogen, aber da habe ich dann ganz deutlich gespürt, dass es nicht mehr bei mir bleiben will und es dann voller Dankbarkeit in den Müllsack gelegt. Für mich war es auch wichtig die Sachen ordentlich zusammengelegt in den Müllsack zu tun – aus Wertschätzung dafür, dass sie mich gut begleitet haben. Diese Arbeit nimmt die meiste Zeit in Anspruch und hat bei mir schon ein paar Stunden gedauert.  Das Einräumen habe ich dann – frisch ausgeruht – am nächsten Tag gemacht und das war auch gut so, denn auch das braucht seine Zeit und die sollte man sich beim Aufräumen nehmen, wenn es eine Fest und perfekt werden soll.

Ich habe gestaunt, wie viele Teile noch ein Preisschild hatten – die typischen Angebotskäufe – so nach dem Motto:’Für den Preis kannst du nichts falsch machen’. Dem ein oder anderen habe ich noch eine Chance gegeben, aber der Großteil landete im Müllsack. Auch eine Lehre für mich, mich von Angeboten fern zu halten.

Heute bringe ich die Sachen zur Kleiderspende und freue mich, wenn sie so noch Verwendung finden.

Ich mache auf alle Fälle weiter. Als nächstes sind die Schuhe und Taschen dran. Für mich ist diese Unterteilung ok, es wäre sonst ein zu großes Durcheinander entstanden. Für mich war die schönste Erkenntnis, dass Aufräumen wirklich Spaß machen kann, wenn man es vom MUSS befreit und sich auf die Sachen konzentriert, die uns glücklich machen und uns Freude bringen. Das spürt man dann auch beim Aufräumen.

In diesem Sinne kann ich die Magic Cleaning-Methode oder KonMari-Methode jedem empfehlen, der sich darauf einlassen kann sich beim Aufräumen auf seine Gefühle zu verlassen. Für Verstandes-Menschen wird das eher nicht zutreffen. Aber die haben dann andere Methoden.

Alles Liebe!

Evi

 

Les-BAR: Magic – Cleaning II

Nachdem ich im ersten Kapitel des Buches  “Magic Cleaning” von Marie Kondo die Herangehensweise mit dem Herzen  verinnerlicht habe und voller Vorfreude auf das Aufräumfest bin, hat sie im zweiten Kapitel “Der Anfang: Komplett entrümpeln” auch über die ‘Fallstricke’ geschrieben, die beim Aufräumen im Weg liegen können.

Nach welchen Kriterien entscheiden wir, ob wir etwas wegwerfen oder behalten? Dafür gibt es verschieden Arten von pro und kontra.Wenn etwas nicht mehr funktioniert und kaputt ist, dann fällt die Entscheidung leicht, es wegzuwerfen. Ebenso, wenn etwas unvollständig ist, altmodisch geworden ist, der Anlass vorüber ist, nicht gefällt – dann ist der Grund zum Wegwerfen offensichtlich.

Schwieriger wird es, wenn es keinen ersichtlichen Grund zum Wegwerfen gibt. Diese Dinge landen dann in der Warteschleife in einem extra Karton – nach dem Motto: ‘ Wenn du es in einem Jahr nicht gebraucht hast, kann es weg’.  Und nach einem Jahr mach ich genau diesen Karton auf und stehe vor der gleichen Entscheidung und habe immer noch keinen erkennenbaren Grund, warum ich es wegwerfen sollte. Und genau in der Herangehensweise, dass ich meine Gedanken darauf konzentriere, einen Grund zu finden, dass es stört, weshalb ich es nicht mehr besitzen will, werde ich gezwungen mich auf Ablehnendes, Negatives zu konzentrieren – also etwas, was mich nicht glücklich macht. Bei mir kommen dann Schuldgefühle hoch, es nicht wertzuschätzen – vor allem bei Geschenken oder neuen unbenutzten Dingen. Und dann kommen auch andere alte Glaubenssätze hoch, die mich dann veranlassen es lieber zu behalten, als diesen Glaubensätzen zu widersprechen.

Die richtige Herangehensweise ist, sich zu fragen: Was will ich behalten? Was macht mich glücklich? All diese Dinge brauchen unsere volle Aufmerksamkeit und verdienen es gut behandelt zu werden. Die Fokusierung auf die positive Seite ist es, was den Gefühlswandel beim Aufräumen vom Frust zur Lust ausmacht.  Wenn ich mich auf etwas Positives ausrichte, dann kommt Freude auf, es zu entdecken, wertzuschätzen und einen gebührenden Platz zu geben.

Wie kann ich aber beurteilen, ob mich etwas glücklich macht? Ich muss es im Herzen fühlen! Das funktioniert nicht, wenn ich den Verstand einsetze. Ich muss es in die Hand nehmen und beim Berühren mir die Frage stellen: Macht es mich glücklich, fühle ich mich wohl damit, bringt es mir Freude? Erst beim Berühren treten wir sozusagen in Beziehung mit diesem Gegenstand und dieser gibt uns dann die Antwort in Form von Gefühlen. Fühlt es sich gut an – dann behalten wir es, wenn nicht, dann kann es weg.

Jedes Ding, was wir besitzen ist mindestens mit einem der folgenden Werte-Kriterien verbunden: Funktion, wir können es noch gebrauchen – Information, es ist für etwas nützlich – Emotion, wir hängen gefühlsmäßig daran – Seltenheitswert, es ist sehr schwer wieder zu beschaffen.

Je mehr Kriterien davon zutreffen, desto schwieriger wird das Aussortieren. Letztendlich entscheidet unser Gefühl darüber, ob es bleibt oder nicht. Wir wollen ja gute Gefühle haben und wenn wir es damit verbinden, dann müssen wir es nicht zwingend wegwerfen.Wir sollen uns ja nicht kasteien beim Aufräumen, sondern uns freuen.

Nicht nach Zimmern, sondern nach Kategorien aufräumen!  Dazu aus allen Zimmern und Abstellräumen alles aus der jeweiligen Kategorie auf einen Haufen zusammen tragen. Das offenbart uns, was wir tatsächlich alles dazu besitzen, manches oft doppelt, ohne, dass es uns bewusst war.

Wichtig ist es auch die Reihenfolge der Themengebiete einzuhalten – also zuerst die Kleidung, dann die Bücher, danach Schriftkram, Kleinkram und am Ende die Erinnerungsstücke. Diese Reihenfolge hat sich bewährt, weil es am leichtesten fällt zuerst die Kleidung auszusortieren, vor allem weil der Seltensheitwert zur Wiederbeschaffung wegfällt. Also wenn wir mal etwas weggeworfen haben und nach Monaten es doch brauchen, dann ist es schnell wieder zu beschaffen. Das erleichtert das Aussortieren enorm. Das trifft auch für Bücher und Küchengeräte zu.

Allein entscheiden, was bleibt. Die Entscheidung, ob es mich glücklich macht oder nicht – kann nur ich allein treffen. Das was weg kann, kommt weg ohne es vorher von der Familie ‘absegnen’ zu lassen. Man erspart sich Vorwürfe und Schuldgefühle, wenn die Frage kommt: ‘ Willst du das wirklich wegwerfen?’

Allein entscheiden heißt auch, die Verantwortung für diese Entscheidung übernehmen und sie nicht auf andere übertragen, indem wir sie ihnen geben und sagen:’Sonst werfe ich es weg.’ Ich bin so ein typisches Opfer für solche Geschenke, ich kann da schlecht nein sagen – aber das ändert sich jetzt. Am Ende bin ich dann mit den Sachen belastet, wofür andere nicht die Entscheidung treffen wollten sie wegzuwerfen.

‘Ich würde ja so gerne alles aufräumen, aber meine Familie macht alles wieder unordentlich – es ja doch keinen Zweck.’ – dieses Argument greift nur dann, wenn ich nicht mit ganzem Herzen dabei bin und der Verstand sich wieder eingeschaltet hat und uns vom Aufräumen nach dem Herzensweg abhalten will. In solchen Situationen ist es gut noch mal inne zu halten und sich wieder auf den Herzensweg zu begeben, sich noch einmal in Erinnerung zu rufen, warum ich eigentlich aufräumen will. Auch wenn in uns schmerzhafte Erinnerungen früherer Aufräumaktionen hochkommen, bei denen nach kurzer Zeit wieder ein unaufgeräumter Zustand herrschte. “Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst von dieser Welt” sagte bereits Mahatma Gandhi. Schauen wir auf uns, verändern wir unseren Bereich und schaffen dort die Ordnung, die wir lieben – mit dem Herzensweg, dann werden die anderen spüren, dass uns das gut tut und sie werden von allein anfangen diese Ordnung zu akzeptieren und in ihren Bereichen anfangen auch aufzuräumen. Manches Mal braucht es etwas Zeit, aber es soll funktionieren. Bis dahin sind wir gut beraten, die anderen nicht zu drängen oder aufzufordern, es uns gleich zu tun. Auch missionieren hilft nichts. Jeder muss es für sich selbst fühlen und dann diesen Weg gehen. Wir können später gern behilflich sein, wenn der andere es wünscht – aber die Entscheidungen treffen und sie umsetzen, das muss jeder für sich selbst.

Und wenn man es nicht über’s Herz bringt, Dinge wegzuwerfen? Dann ist es wichtig sich einmal darüber klar zu werden, warum ich es nicht über’s Herz bringe – ist es der Gegenstand an sich oder ist es die Erinnerung, die damit zusammenhängt? Ist es das Argument des Verstandes oder das unseres Herzens, was uns zweifeln lässt. Am besten ist es, wenn sich beide einig sind – aber gerade bei Erinnerungsstücken ist es schwer dem Verstand zu folgen. Aber es bringt uns auch nicht weiter, wenn wir immer nur denken: ‘Es ist einfach zu schade zum Wegwerfen.’ Besser ist es auch hier nach dem Grund zu fragen: Warum besitze ich diesen Gegenstand? Welchen Sinn hat es ihn in der Wohnung zu haben? Macht er mich wirklich glücklich, oder ist es nur die Erinnerung daran? Erinnerungen gehen nicht verloren und sie brauchen keinen Gegenstand, um weiter zu existieren. Erinnerungen kommen und gehen – manche verblassen nie – aber wenn wir sie festhalten und an Gegenstände binden, nehmen wir uns die Chance neue Erinnerungen in unser Leben zu lassen. Alles hat seine Zeit, auch Erinnerungen.

Bei neuen Sachen ist es der Verstand, der uns daran erinnert, dass wir es ja mal aus ‘gutem Grund’ gekauft haben. Gerade bei Kleidung passieren solche Fehlkäufe. Im Laden ist man total begeistert und überzeugt, aber zu Hause fühlen wir, dass es doch nicht so richtig zu uns passt, entweder ist es die Farbe oder der Schnitt, das Material , was uns das Teil immer wieder in den Schrank zurücklegen lässt. Dann können wir auch das mit gutem Gewissen weggeben, denn wir haben die Erkenntnis daraus gewonnen, dass wir einen bestimmten Stil und entsprechende Farben bevorzugen. Ich habe damals eine Farb- und Stilberatung mitgemacht und habe seitdem fast keine Fehlkäufe mehr.

Es ist gut auch die andere Seite der Medaille zu kennen, die Fallstricke, die mir beim Aufräumen im Wege liegen können. Es ist gut zu wissen, dass ich dann immer wieder zur eigentlichen Frage meines Aufräumens zurück komme, mich an das Bild einer aufgeräumten  Wohnung erinnere, es vor mir sehe und dieses Ziel immer im Auge behalte. Wenn ich nicht mehr weiterkomme, stelle ich mir die Frage: Warum will ich eine aufgeräumte Wohnung? Dann werde ich an meine Motivation erinnert, an mein Ziel, was ich erreichen will und was mir eine aufgeräumte Wohnung alles ermöglicht. Das wird mir das Durchhalten – in allen Kategorien zu entrümpeln – erleichtern.

Eines möchte ich auf jeden Fall nicht mehr – mich im Vornherein von Hindernissen und Fallstricken abhalten lassen, ohne ins Tun zu kommen.

In diesem Sinne geht es nächstes Mal weiter mit Kapitel 3 “Einfach: Nach Kategorien getrennt aufräumen”. Da geht es dann um die praktische Umsetzung.

Alles Liebe

Evi

 

Les-BAR: Magic Cleaning I

Die Autorin Marie Kondo stellt in ihrem Buch “Magic Cleaning” ein Aufräumkonzept vor, was anders ist, als die ich bisher kennen gelernt habe. Auf dieses Buch bin ich über Youtube-Videos gestoßen, die nach der ‘KonMari’ – Methode aufgeräumt haben. Es ist eine ganz andere Herangehensweise als die üblichen Tipps und hat mich neugierig gemacht.

Im ersten Kapitel “Chaos pur, obwohl man ständig aufräumt” geht sie darauf ein, warum die gängigen Aufräumtippst auf Dauer nicht funktionieren.

Diese  beziehen sich auf das Schaffen von Ordnungssystemen, in denen die Dinge aufbewahrt werden. Es wird davon ausgegangen, dass wir Zimmer für Zimmer, Schrank für Schrank, Schublade für Schublade aufräumen, die Dinge in einem Ordnungssystem mit entsprechenden Unterteilungen, Schachteln und Einlagen für Schubfächer, usw. wieder neu einsortieren . Durch solche ‘Aufräumaktionen’ habe ich – anstelle gründlich wegzuwerfen – die Dinge nur in neue Schübe und Kisten einsortiert, wenig weggeworfen. Freiraum hat es mir keinen gebracht – eine neue Ordnung, aber keine, die mich auf Dauer glücklich gemacht hat.

Bei dem Magic Cleaning-Konzept räumen wir nach Kategorien  (Kleidung, Bücher, Papiere, …) auf, d.h. alles was sich dazu in der Wohnung befindet wird zusammen getragen, dann werden die Dinge aussortiert und nur die behalten, die uns glücklich machen, so dass wir uns am Ende unserer Aufräumaktion nur noch mit Dingen umgeben, die uns glücklich machen. Der Fokus liegt also darauf zu schauen: “Was macht mich glücklich?” und erzeugt schon dadurch eine positive Grundhaltung.

Die üblichen Methoden konzentrieren sich darauf: “Was kann weg? Was stört? Was brauche ich nicht mehr? Was gefällt mir nicht?” Hier muss ich mich beim Aufräumen auf die negativen Dinge konzentrieren, kein Wunder, dass mit zunehmender Aufräumdauer der Frust steigt.

Der Ansatz der KonMari-Methode, also von Magic Cleaning, gefällt mir sehr gut, spricht er doch direkt das Herz an – nicht den Verstand, wie bei den Schaffen von Ordnungssystemen. Der Verstand hat seine ganz eigenen Regeln, er hört auf die alten Glaubenssätze, die wir seit der Kindheit mit uns herum schleppen und die uns heute daran hindern unseren eigenen Herzensweg zu gehen. Und genau darum geht es – seinem Herzen zu folgen und glücklich zu sein.

Credo: In der Wohnung befinden sich ausschließlich Dinge, zu denen ich eine glückliche Beziehung habe und die mir am Herzen liegen.

Menschen, die es glücklich macht Besitz anzuhäufen, um damit nach außen zu prahlen, brauchen nicht weiter zu lesen, für die ist ‘Magic Cleaning’ nichts. Es ist nur etwas für Menschen, die glücklich sein wollen – unabhängig von der Größe ihres Besitzes.

Im 2. Kapitel  ‘Der Anfang: Komplett Entrümpeln’ geht es darum den Kern ihrer Methode zu verstehen, warum sie genau so und nicht anders vorgeht und welche Fragen in diesem Zusammenhang auftauchen.

Aufräumen nicht als lästige Pflicht, unbedingtes MUSS oder ‘Ich werde es den anderen beweisen’ betrachten – dieses Herangehen wird scheitern, denn so fokusiere ich mich auf das, was mir nicht gefällt, nicht gut tut. Das ist die falsche Herangehensweise.

Aufräumen soll Spaß machen, uns Freude bereiten. Am Ende , endlich nur noch die Dinge um uns zu haben, die uns glücklich machen – allein der Gedanke macht mich schon glücklich.

Und so wird Aufräumen zum Fest:  In einem Rutsch, in kurzer Zeit und perfekt aufräumen! - dass man den Schock der Ordnung voll erlebt und dies zum Bewusstseinswandel führt.

Vor dem Anfangen ist es ganz wichtig über folgende Fragen nachdenken:

Hier geht es um das große WARUM des Aufräumens? Was ist meine Motivation zum Entrümpeln? Was ist der Grund meines Aufräumens? Was möchte ich durch das Aufräumen erreichen? Wie sieht mein idealer Lebensstil aus? Wie soll er aussehen? Was wünsche ich mir?

Es geht darum, sich darüber im Klaren zu werden, ob der Grund von außen kommt – weil andere mich dazu drängen, ich es anderen beweisen will – oder der Wunsch nach Ordnung direkt aus meinem Herzen kommt. Wenn ich diesem Herzenswunsch nachgehe, tiefer schaue, dann fühle ich, wie die Sehnsucht nach einem aufgeräumten Heim zunimmt und damit die Freude auf das Aufräumfest.

Ich habe mir dafür einige Tage Zeit gelassen, in mich hinein gehört, gefühlt, ob meine Antworten darauf sich wirklich stimmig anfühlen, ob sie aus meinem Herzen kommen. Hat sich doch in den letzten drei Jahren einiges in meinem Leben verändert, was einfach auch ein gründliches Entrümpeln der Wohnung erfordert. Wir sind nicht mehr berufstätig, die Kinder sind aus dem Haus, wir betreuen stundenweise unseren Enkel – damit ist unser Tagesablauf ein anderer geworden. Viele Dinge brauchen wir einfach nicht mehr, andere sind dazu gekommen.

Anfangs hatte ich noch mit dem ein oder andere Glaubenssatz zu kämpfen, den mir mein Verstand geschickt hat – aber die Antworten aus dem Herzen fühlen sich einfach besser und tiefer an, kraftvoll und wahr. Diesen Unterschied habe ich erst nach ein paar Tagen gespürt. Das neue aufgeräumte Heim hat vor meinen Augen Gestalt angenommen hat. Dieses Bild muss in allen meinen Zellen verankert sein.Es lohnt sich dieses Gefühl im Zusammenhang mit dem Aufräumen zu haben – das verknüpft das Aufräumen mit positiven Gefühlen, war es doch Zeit meines Lebens immer nur mit negativen Gefühlen und Müssen verbunden, was zwangsläufig zu Widerständen und Konflikten führt. Erst nachdem dieses Gefühl der Freude im Zusammenhang mit Aufräumen kam, war es mir auch eine Freude zu erfahren, welche Tipps mich in den weiteren Kapiteln des Buches erwarten, um das Aufräumfest zu einem unvergesslichen Ereignis meines Lebens werden lassen.

Das erfahrt ihr im nächsten Beitrag.

Voller Vorfreude auf ein Heim, was mich rundum glücklich macht.

Evi

 

 

 

 

 

 

Mach-BAR: Hinderliche Glaubenssätze beim Aufräumen

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Es ist so schön Freunde zu haben und sich mit ihnen auszutauschen. Dieser Austausch hilft mir mich besser zu erkennen, beleuchtet so manchen blinden Fleck bei mir und triggert Dinge im Unterbewusstsein an, die dann hoch kommen. Das hilft mir sehr, weiß ich doch, dass all das Gesagte von Herzen kommt. Sie helfen mir, dass ich mich nicht schlecht fühlen muss, nur weil ich beim Essen “gesündigt” habe oder ein Vorhaben abgebrochen habe. Sie machen mir Mut und wiederholen immer wieder, dass ich so wie ich bin richtig bin – auch wenn ich das, was ich mir vorgenommen habe nicht so umsetze, wie angekündigt.

Selbstliebe und Akzeptanz – und alles was uns passiert  bewusst erkennen, annehmen und schauen, was es uns sagen will – in unser Bewusstsein lassen, es bewusst SEIN lasse.

Ich bin ein Meister im Verdrängen und Ablenken, wenn mir etwas unangenehm ist. Ich beschäftige mich dann lieber mit etwas anderem, als mich zu fragen, warum ist es mir unangenehm, warum fühle ich mich deswegen schuldig. Schuld hat auch immer die Scham im Schlepptau und die Angst zu Versagen. Tolle Gesellschaft, die mich nicht gerade motiviert – also suche ich mir etwas, wo ich diese Gesellen loswerde, etwas was mir besser gefällt. Aber das löst nicht das Problem. Und Probleme sind ja Pro-bleme, also für etwas gut und keine Monster, die uns schaden wollen.

Ein solches Pro-blem ist für mich das Aufräumen. Dieses Pro-blem steht vor mir, wie ein riesiges Monster, vor dem ich mich lieber verstecke, als es zu fragen, warum es da ist, was es will.

Also ich meine dieses grundlegende Entrümpeln der Sachen, die ich nicht oder äußerst selten benutze, die in Kartons und Schubladen einen Dauerschlaf halten oder auf einem hochgelegenen Regalplatz verstauben. Und es werden immer mehr, mit jedem Jahr. Und in 38 Jahren, die wir hier schon wohnen kommt dann doch einiges zusammen.

Was sind das für Sachen?

Vor allem Dinge an denen Erinnerungen hängen – Erinnerung an meine Kindheit – Erinnerung an die Kindheit meiner Kinder – Erinnerung an meine Eltern – Erinnerung an liebe Menschen,mit denen ich mal einige Zeit verbracht habe. Jedes dieser Dinge ruft in mir eine schöne Erinnerung hervor, wenn ich wieder mal über sie “stolpere”. Also lass ich sie liegen.

Dazu gehören auch Geschenke und selbstgebastelte Sachen. Ebenso wie Bücher, Karten & Briefe, Fotos, Platten und CDs. Alles Sachen, die mit schönen Emotionen verbunden sind.

Dinge wegzutun, die mal viel Geld gekostet haben, die ich ja mal wieder benutzen könnte, das fällt mir auch schwer. Solange ich einen Platz finde – und ich finde dann immer einen – bleiben sie. “Man könnte sie ja noch mal gebrauchen”.  Und zur Rechtfertigung benutze ich das dann ein bis zwei Mal und dann wird es wieder im Schrank verstaut.

All das hindert mich daran für mich den FREI-Raum zu schaffen, den ich mir so sehr wünsche, der meine Energien wieder frei fließen lässt.

Was hindert mich daran?

Es sind Glaubenssätze, alte Glaubenssätze aus meiner Kindheit. Damals mögen sie ihre Berechtigung gehabt haben, aber wenn sie mich heute daran hindern das zu tun, was ich mir so sehr wünsche, dann wird es Zeit sie mal näher unter die Lupe zu nehmen.

Mit dem Tod meiner Eltern sind auch die Erschaffer und “Kontrolleure” dieser Glaubenssätze nicht mehr da, fühle ich nicht mehr die Verpflichtung “es ihnen recht zu machen” – auch ein alter Glaubenssatz.

Welche Glaubenssätze sind das?

“Das ist wertvoll” - das gilt für Erinnerungen, Geschenke und für Dinge, die viel Geld gekostet haben. ‘Wertvolles bewahrt man auf, das wirft man nicht weg.’

“Das kann man noch mal gebrauchen” –  geboren aus einer Zeit, wo der Mangel noch  unser Leben bestimmt hat. Wenn ich es nicht gebrauchen kann, es gibt bestimmt jemanden, der mir dann dankbar ist, dass ich es aufgehoben habe. Dankbarkeit von anderen zu bekommen ist ja auch ein schönes Gefühl.

“Das ist noch in Ordnung” – man wirft nur Dinge weg, die kaputt oder aufgebraucht sind, alles andere ‘kann man ja noch mal gebrauchen’. Man hat sie ja mal ‘aus einem guten Grund’ gekauft und ‘dafür Geld ausgegeben’. Nur weiß ich heute den Grund nicht mehr.

“Andere wären froh, wenn sie das hätten” – vor allem bei Geschenken, die mir nicht gefallen, aber dem Menschen gegenüber ich eine Verpflichtung zur Dankbarkeit fühle, höre ich die Drohung dahinter: ‘Wehe, wenn du das wegwirfst’. Auch wenn der andere sich beim Verschenken was dabei gedacht hat kommt das nicht bei mir an oder passt nicht zu mir.

“Du bist undankbar, wenn du das nicht wertschätzen kannst” - Undankbarkeit hat auch etwas mit ‘Du bist es nicht wert, wenn du das nicht anerkennst’ zu tun – und wer will schon wertlos sein. Da ist das Aufheben noch das kleinere Übel.

“Das kannst du doch nicht machen, was sollen die Anderen denn von dir denken.” - auch so ein Glaubenssatz, wo es um die eigene Wertschätzung geht. Weggeben, wegwerfen wird hier mit Nichtwertschätzung und Undankbarkeit verbunden. Auch die Verbindung zu gesellschaftlichen Normen wird hier offenbar und wenn man es anders macht, dann nicht dazu zu gehören, Außenseiter zu sein, war schon ein guter Grund es nicht zu tun. Solche Denkweise findet man bei den jüngeren Generationen kaum noch, die ist doch sehr an unsere Generation und die unserer Eltern gebunden.

Ich bin echt erstaunt, was da jetzt an alten Glaubenssätzen hochgekommen ist. Die hatte ich alle wunderbar verdrängt, aber dennoch wirken sie aus dem Unterbewusstsein heraus. Ich werde mich jetzt noch einmal ganz intensiv damit beschäftigen, in Ruhe darüber nachdenken. Dass ich sie nicht mehr brauche, dass sie mich hindern bei meinem Weg zu mehr Freiraum – das hat der Verstand schon lange kapiert – aber in meinem Unterbewusstsein arbeiten sie sehr geschäftig weiter. Also werde ich sie mal nacheinander ans Licht holen, zu mir einladen und schauen, was sie mir zu sagen haben. Ich will das in Liebe annehmen – denn schließlich sind sie seit vielen Jahren ein Teil von mir. Es ist nun mal so – es erst mal akzeptieren, ins Bewusstsein holen und dann erkennen, dass es in Zukunft nicht mehr so sein muss, dass ich die alten Glaubenssätze heute nicht mehr brauche. Ich kann sie in Dankbarkeit und Liebe loslassen und sie in den Ruhestand schicken – oder ins Archiv geben.

Stefan Hiene hat mal gesagt, dass man Glaubenssätze nicht auflösen kann, sie werden immer da sein – aber ob sie weiter wirken, das können wir beeinflussen. Dieser Gedanke gefällt mir – das fühlt sich für mich richtig an und lässt mich auch die Ohnmacht alten Glaubenssätzen gegenüber verlieren. Ich habe die Macht ihrem Wirken ein Ende zu bereiten, das ist mir bewusst geworden. Und das ist ein schönes Gefühl.

So, jetzt werde ich noch mal in mich gehen und all das wirken lassen. Auf alle Fälle fühle ich mich jetzt gut und es fühlt sich für mich richtig an.

Alles Liebe

Evi

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