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Alltägliches

Erreich-BAR: Selbstverständliches wertschätzen

14-22 Erreich-BAR Selbstverständliches

Was wir besitzen

Ich meine, wir sollten das,

was wir besitzen,

bisweilen uns so anzusehen bemühen,

wie es uns vorschweben würde,

nachdem wir es verloren hätten,

und zwar jedes, was es auch sei:

Eigentum, Gesundheit, Freunde,

Geliebte, Weib, Kind, Pferd und Hund;

denn meistens belehrt erst der Verlust

über den Wert der Dinge.

Arthur Schopenhauer hat diese Zeilen vor über 155 Jahren geschrieben und doch ist es zeitlos und auch heute noch gültig.

Wir alle haben uns an Dinge, Tiere und Menschen gewöhnt, die täglich um uns sind, sie sind zu einem selbstverständlichen Teil von unserem Leben geworden.  Wir denken nicht mehr darüber nach, wenn wir morgens den Wasserhahn aufdrehen und unter der warmen Dusche stehen. Oder wenn wir kalte Getränke aus dem Kühlschrank holen und unser Brot mit Butter bestreichen.

Wir bekommen heute fast alles zu jeder Zeit – sei es im Supermarkt oder im Tankstellenshop – wir haben die Qual der Wahl beim Einkaufen.

Diese große Verfügbarkeit verleitet uns mitunter zu Leichtsinnigkeit und Oberflächlichkeit, was sich auch auf unsere Beziehungen übertragen kann. Menschen, die täglich um uns sind werden weniger wertgeschätzt, als jene, die nur selten zu Besuch kommen. Da wird das Selbstverständliche des Einen zum ganz Besonderen am Anderen.

Wer schätzt schon den “Propheten im eigenen Land”?

Erst wenn das Selbstverständliche nicht mehr da ist, der Mensch an unserer Seite uns verlassen hat – erst dann erkennen wir, was uns das Selbstverständliche bedeutet hat, weil es fehlt.

Eltern wissen, was es ihren Kindern bedeutet, wenn das geliebte Kuscheltier, die Schmusestoffpuppe oder das kleine Schlummerkissen nicht aufzufinden ist. Es wird solange geflickt und zusammengehalten bis der Sprößling es von allein weg legt.  Diese Kinder hüten ihren Besitz, der ihnen wie selbstverständlich ans Herz gewachsen ist.

Wie selbstverständlich gehen wir mit unserer Gesundheit um, erwarten, dass unser Körper alle “Sünden” verzeiht, die wir uns selbst zufügen. Wenn er dann schmerzt und streikt  – schimpfen wir lieber, anstelle darüber nachzudenken, warum wir krank geworden sind.

“Was wäre wenn…” wir ‘Eigentum, Gesundheit, Freunde, Geliebte, Weib, Kind, Pferd und Hund‘ plötzlich verlieren würden?

Vielleicht sollten wir den Rat von Arthur Schopenhauer befolgen und ab und an mal “so tun als ob” es eben nicht selbstverständlich ist.

Aufmerksamkeit und Achtsamkeit können uns dabei helfen im täglich Selbstverständlichen wieder etwas Besonderes zu sehen, die Einzigartigkeit des Augenblicks zu erkennen, genießen und wertschätzen was ist.

Ich wünsche euch allen einen schönen Sommeranfang!

Liebe Grüße

Evi

 

Der erste Sonnentag

Gestern war nach gefühlter Ewigkeit der erste Sonnentag.

Anfangs sah es noch gar nicht so aus, als ob es die Sonne wirklich schaffen würde. Durch die vielen Wolken schimmerte ein Stück blauer Himmel.
Als dann gegen Mittag die Sonne kam, sich die Wolken immer mehr lichteten, gab es für mich kein Halten mehr in der Wohnung. Ich zog meine dicke Jacke und die Handschuhe an und blinzelte in die Sonne und war einfach nur glücklich darüber.

Ich suchte mir den Weg so aus, dass ich recht viel vom Sonnenschein abbekam. Das war gar nicht so einfach, denn durch den kurzen flachen Lauf der Sonne warfen die Häuser einen langen Schatten.


Auf meinem Spazierweg kamen mir viele Menschen entgegen und alle waren gut gelaunt und ich fühlte förmlich, wie allen das Herz aufging. Die Hunde tollten umher und ihre Besitzer forderten sie vergeblich “bei Fuß” zu bleiben.
Auf der Pferdekoppel sonnten sich die ersten Pferde und ein anderes galoppierte voller Lebenslust und genoss die Weite auf der Wiese und die frische Luft.


Alle waren guter Stimmung, wir grüßten einander und ab und an kam es zu einem kurzen Smalltalk über das schöne Wetter.
Ich war schon eine gute Stunde unterwegs und konnte mich einfach nicht nach Hause zu gehen. Die Sonne war zu schön und verführerisch.
Sie neigte sich immer mehr dem Horizont zu und ihr Licht verlieh der Natur einen ganz besonderen Zauber. Die kleinen Eiskristalle spiegelten das einfallende Sonnenlicht wider und funkelten wie kleine Brillianten.
Die Schatten wurden immer länger und gaben der Landschaft zusätzliche Tiefe, einen vergänglichen Zauber.
Als die Sonne hinter einer Wolke verschwand, leuchtete der Wolkenrand, als hätte die Sonne dort einen Leuchtbogen angefacht. Fast schien es so, als ob sie sich ihr Wolkenbett zurecht machte.
Vier Stunden war ich unterwegs und beobachtete danach mit dem Blick aus meinem Fenster , wie sich die Sonne in Abendrot bettete und dann hinter dem Horizont verschwand.
Es war ein wunderschöner Tag – dieser erste Sonnentag in diesem Jahr.
Ich hoffe, es werden ihm noch viele folgen.

Liebe Grüße
Evi

Aufmerksamkeit

Für das neue Jahr habe ich mir vorgenommen ein “Aufmerksamkeits-Tagebuch” zu schreiben.

Es soll mir helfen, mich mehr im Hier und Jetzt zu sehen, denn die Zukunft wird von der Gegenwart bestimmt, von den Augenblicken im Jetzt und Hier, in den Entscheidungen , die wir heute treffen.
Aufmerksamkeit hilft uns Möglichkeiten zu erkennen, sie als Chancen zu nutzen, das Potenzial darin zu sehen für etwas Gutes, Besseres.
Aufmerksamkeit weckt unsere Sinne, lässt uns die Welt um uns herum besser wahrnehmen.
Wenn wir etwas mit Aufmerksamkeit beobachten, dann sehen wir mit den Augen, hören auf Geräusche und Klänge, nehmen den Geruch auf, der in der Luft liegt, schmecken ihn auf unserer Zunge. Wenn wir die Möglichkeit zur Berührung haben, dann können wir die Beschaffenheit ertasten, fühlen und feststellen, ob es mit unseren Erwartungen übereinstimmt.
Das ist Aufmerksamkeit im Äußeren, mit allen Sinnen aufnehmen, was wir im Außen wahrnehmen.
Wir können unsere Aufmerksamkeit auch auf unser Inneres lenken, auf das, was wir in uns fühlen, wie wir uns fühlen – den Gefühlen von Liebe, Trauer, Wut, Ohnmacht und all die anderen nicht beschreibbaren Gefühle in uns Aufmerksamkeit schenken, sie wahrnehmen – ohne Wertung, ohne Bewertung.
Diese innere Aufmerksamkeit, die so viel in uns selbst aufdecken kann,die uns zu Orten in uns selbst führt, die wir noch nicht kennen, die verschüttet wurden, bewusst von uns verschlossen wurden, aus Scham -oder Schuldgefühlen heraus oder weil wir uns nicht trauen das Einzigartige in uns zu zeigen, den göttlichen Kern in uns zu offenbaren.
Es ist an der Zeit zu mehr Wahrhaftigkeit, Offenheit und Transparenz, damit wir uns selbst offenbaren können und ein selbstbestimmtes Leben führen können.
Mit meinem “Aufmerksamkeits-Tagebuch” werde ich Schritt für Schritt meine Aufmerksamkeit auf all das lenken, was um mich herum geschieht und in mir vorgeht. Es ist nicht einfach, sich nicht ablenken zu lassen und es wird mir mal besser und schlechter gelingen, aber ich werde dran bleiben. Zum Schärfen der Sinne werde ich mich vorerst auf die äußere Aufmerksamkeit konzentrieren, das Wetter, die Umgebung, die Gesichter der Menschen – den Ausdruck den ich darin lesen kann.
Ich werde sehen, wie es sich entwickelt, was die Aufmerksamkeit mit mir macht, was sie in mir weckt.

Also dann – auf ein gutes Jahr voller Aufmerksamkeit.

Herzliche Grüße
Evi

Siebenschläfertag

Heute – am 27. Juni - haben besonders viele das Wetter beobachtet, denn es war Siebenschläfertag!

Warum gerade der kleine Nager für das Sommerwetter herhalten soll ?

Er hat diesen Namen bekommen, weil er sieben Monate schläft. Er  wurde  mit einer Legende - die sieben Schläfer aus Ephesus – aus dem Jahr 251 in Verbindung gebracht.   Zu dieser Zeit haben sieben junge Männer in einer Höhle vor einer Glaubensverfolgung Schutz gesucht. Der Zugang der Höhle wurde verschlossen, sie starben nicht, sondern schliefen bis der Zugang der Höhle am 27. Juni 446 – genau 195 Jahre  später – auf der Suche nach Baumaterial entdeckt wurde. Sie wachten auf, um kurze Zeit später für immer die Augen zu schließen.

So wie das Wetter an diesem Tag war – so  wird es in den nächsten sieben Wochen bleiben. Nicht gerade tröstlich, denn heute war es ziemlich ungemütlich mi 18 Grad, bewölkt und regnerisch.

So ist es ein Trost, dass Papst Gregor XIII. im Jahre 1582 eine Kalenderkorrektur um 10 Tage vorgenommen hat – da der alte Kalender die Schaltjahre nicht berücksichtigt hatte.

Somit wäre dann der 7. Juli der wirkliche “Siebenschläfertag” und die Wetterexperten orientieren sich an die Wetterlage, die in den zehn Tagen zwischen dem 27. Juni und 7. Juli herrscht.

Dann mal die Daumen drücken für die nächsten 10 Tage !

In der Hoffnung auf besseres Wetter -

Herzliche Grüße

Evi

 

 

Kommunikation

Um Missverständnisse auszuräumen oder zu verhindern, ist es wichtig unsere Kommunikation mal näher anzuschauen.

Kommunizieren, etwas mit-teilen, ist immer eine Aktion zwischen mindestens zwei Menschen, der etwas mitteilt (Sender) und der zuhört (Empfänger).

Wir besitzen viele “Sendekanäle”, ebenso viele “Empfangsstationen”.

Es gibt Menschen, die bevorzugen das gesprochene Wort, empfangen über den Hörsinn.

Andere haben besseren Zugang über Bilder, das geschriebene Wort – sie nutzen vorrangig die Augen.

Blinde Menschen verlassen sich neben dem Hören auf den Tast- und Geruchssinn.

Letztendlich erreichen uns die zahlreichen Informationen über all unsere Sinneskanäle - das meiste erreicht uns unbewusst. Unser Körper registriert und speichert alles, legt es als bewusste und unbewusste Erfahrungen ab.

Unser Körper reagiert auf unterschiedliche Situationen auf der Grundlage der gemachten Erfahrungen mit seiner ganz eigenen Körpersprache. Wir tun das unbewusst.

Wir erkennen an der Mimik und Haltung des anderen die Einstellung unseres Gegenüber. Darüber kommunizieren wir zu 70% – meist unbewusst. Damit ist die Körpersprache das am meisten angewandte Kommunikationsmittel, auch wenn uns das nicht bewusst ist.

Wir reagieren auf unser Gegenüber mit Sympathie oder Ablehnung. Wir merken sehr schnell, ob die “Chemie” stimmt oder nicht. Unser Unterbewusstsein “scannt” unsere Mitmenschen, vergleicht in Bruchteilen von Sekunden mit bereits gemachten Erfahrungen und legt die neuen Informationen in der gleichen “Schublade” ab.

Wir alle kennen das Phänomen des ‘Schubladendenkens’.

Wir sortieren Menschen in verschiedene Kategorien ein und werden selbst in ‘Schubladen’ einsortiert. Einmal ‘katalogisiert’ kommen wir schlecht aus dieser Schublade wieder raus. Das Fatale ist, das negative Eindrücke mehrfach stärker auf uns wirken, als positive.

Das hängt damit zusammen, dass unser Gehirn bei negativen Signalen sofort eine Bedrohung “wittert” und negatives Verhalten fokusiert, um bei einem “Angriff” handlungsbereit zu sein. Kein Wunder, dass die Medien zu 80% Negativ-Schlagzeilen  vermitteln. Die Aufmerksamkeit ist ihnen damit gewiss, das ist hirntechnisch abgesichert.

Leider trägt das auch dazu bei, dass wir immer mehr zum Jammern neigen, d. h.  immer zuerst die negative Seite betrachten und oft wird gar nicht mehr nach der positiven Seite geschaut.

Wir wünschen uns alle (mehr) Glück, Gesundheit und Zufriedenheit. Gleichzeitig lassen wir uns vom Strom der  Mießmacher und Jammerer mitreißen und unsere gute Laune ertränken.

Also:      Mehr Lebensfreude durch mehr positive Kommunikation!

Wir selbst bestimmen, ob wir uns der negativen Kommunikation durch Presse und Funk aussetzen.

Wir selbst können durch ein freundliches “Hallo” , ein Kompliment, ein nettes Wort und die Weitergabe guter Nachrichten dazu beitragen, mehr positive Energie in unser Leben zu holen.

“Es gibt nichts Gutes – außer man tut es” – Erich Kästner

Alles Gute!

Evi

 

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