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Aufmerksamkeit und Gefühle

Der schwierigste Sinn ist unser 7. Sinn, unsere Intuition, das Gefühl was wir in uns spüren, wenn wir Angst, Wut, Freude, Unsicherheit, …. fühlen.

Auf Gefühle reagieren wir mit sehr unterschiedlicher Aufmerksamkeit – mal übertrieben, oft ignorieren wir sie.  Das hängt davon ab, wie wir oder andere unsere Gefühle bewerten. Gefühle unterliegen einem gesellschaftlichen Bewertungsmuster: Angst macht klein und schwach, Wut ist Kontrollverlust, Unsicherheit ist Schwäche, Freude ist Lebenslust, ….. Je nachdem, in welchen gesellschaftlichen Kreisen wir uns bewegen, werden Gefühle entsprechend  gezeigt oder unterdrückt. Wir werden danach bewertet und in “Schubladen” gesteckt: zickig, stur, weich, hart, ….

Wir kommen  kaum dazu uns mit unseren Gefühlen richtig zu beschäftigen, wenn wir versuchen sie zu unterdrücken. Es ist die Königsdisziplin unserer Aufmerksamkeit, wenn wir es lernen unsere Gefühle so wahrzunehmen, wie sie sind – nicht wie wir sie gerne sehen wollen oder nicht sehen wollen.

Gefühle wahr-nehmen, nicht werten, nicht bewerten, einfach nur so fühlen, wir wir sie fühlen. Dazu müssen wir unsere Aufmerksamkeit bitten, z. B. unsere Angst erst einmal nur wahrzunehmen, also nur zu fühlen, dass da Angst da ist und akzeptieren, dass es die Angst ist, die das Gefühl in uns hervorruft.

Dieser Gedanke wird uns schon ein bisschen ruhiger machen, wenn wir ehrlich zu uns sind und die Angst so akzeptieren und nicht ignorieren. oder unterdrücken.

Nun “schauen” wir uns die Angst, das Gefühl der Angst, genauer an. Wir lenken unsere Aufmerksamkeit auf das Gefühl, das die Angst in uns erzeugt hat.

Wo spüre ich dieses Gefühl?

- im Bauch, in der Herzgegend, im Hals, …

Dann konzentriere ich meine Aufmerksamkeit auf diese Stelle – ja ich stelle mich diesem Gefühl der Angst. Ich versuche es zu benennen, wie es sich anfühlt – brennend, erdrückend, schwer, kurzatmig,….

Je mehr ich meine Aufmerksamkeit diesem Gefühl nähere, um so besser kann ich es wahrnehmen. Es kann intensiver werden, um sich klarer zu zeigen. Ich halte es aus und benenne, was ich fühle, ich halte den Atem an oder weine und ich spüre, wie dieses Gefühl der Angst kleiner wird, ich ruhiger werde.

Das kann ich mehrmals wiederholen, bis ich die Angst als nicht mehr bedrohlich empfinde, der Druck weg ist, ich wieder tief durchatmen kann.

So können wir unsere Aufmerksamkeit auf jedes Gefühl lenken.

Aufmerksamkeit auf unsere Gefühle lenken, das bedeutet auch diese Gefühle in diesem Moment aushalten, benennen, akzeptieren, dass sie da sind. Erst dann haben wir eine Chance, diese negativen Gefühle aufzulösen.

Nun haben wir  nicht nur negative Gefühle, sondern auch schöne Gefühle, die wir am liebsten für immer behalten wollen.

Das ist leider nicht möglich. Aber wenn wir den schönen Gefühlen unsere volle Aufmerksamkeit schenken, dann können wir sie besser genießen, sie voll auskosten, solange, bis uns das nächste Gefühl beschert wird.

Das Leben ist ständige Veränderung, auch Veränderung unserer Gefühle.Wir können unseren Gefühlen Aufmerksamkeit entgegenbringen und sie so wahrnehmen wie sie sind – mögen sie unangenehm oder wunderbar sein – jedes von ihnen macht unser Leben etwas reicher, reicher an Erfahrung, Weisheit und Mitgefühl.

All das wird uns auf unserem Weg helfen auch Niederlagen und Enttäuschungen zu verkraften und Erfolge und neue Erkenntnisse für uns zu nutzen.

Es sind alles Lektionen, die uns das Leben beschert. Erst wenn wir sie erfolgreich abgeschlossen haben, geht es weiter. Und unser Leben hält zahlreiche Lektionen bereit, schöne und weniger schöne – aber alle bringen uns weiter, machen uns zu dem, was wir sind.

Unsere Aufmerksamkeit hilft uns dabei Vieles klarer zu sehen, besser zu verstehen.

Also keine Angst vor Gefühle.

Liebe Grüße

Evi

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